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DER GOTT DES GEMETZELS von Yasmina Reza im Theater Osnabrück

Premiere 26. Januar 2008, 19.30 Uhr im emma-theater

 

Zwei elfjährige Jungs prügeln sich auf dem Schulhof, der eine schlägt mit dem Stock zu, der andere verliert zwei Schneidezähne.

Unter zivilisierten Leuten, wie es die Eltern sind, spricht man die Sache gemeinsam durch. So beraten Annette und Alain mit Véronique und Michel bei Kaffee und Gebäck, wie man pädagogisch richtig auf Ferdinand (den Täter) und Bruno (das Opfer) einwirkt, konsensbemüht und politisch korrekt. Doch unversehens brechen sich archaischere Impulse Bahn. Wer war denn eigentlich der Schuldige von den beiden Bengeln? Deutet nicht Ferdinands rabiates Verhalten auf Eheprobleme zwischen Alain und Annette hin? Und was ist schlimmer: dass Michel den Hamster seiner Tochter getötet hat oder dass Alain einen Pharmakonzern juristisch vertritt, und zwar ständig, über Handy? Von Sticheleien zu Wortgefechten, von Verbal händeln zu Handgreiflichkeiten: Der gepflegte Nachmittag endet als Saalschlacht.

 

Das neue Stück der französischen Erfolgsautorin Yasmina Reza (KUNST, DREI MAL LEBEN) entlarvt Zivilisiertheit als dünne, zerbrechliche Folie über dem Konkurrenzkampf aller gegen alle. Nach wie vor herrscht: der Gott des Gemetzels.

 

Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

 

Regie Holger Schultze

Bühne und Kostüme Martin Fischer

 

Véronique Houillé Nicole Averkamp

Michel Houillé Dietmar Nieder

Annette Reille Christina Dom

Alain Reille Jan Schreiber

 

 

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