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DER IDIOT von Mieczysław Weinberg am Oldenburgischen Staatstheater DER IDIOT von Mieczysław Weinberg am Oldenburgischen Staatstheater DER IDIOT von...

DER IDIOT von Mieczysław Weinberg am Oldenburgischen Staatstheater

Premiere Sa 24. Januar 2015 um 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

„Mitleid ist das wichtigste, vielleicht das einzige Gesetz des menschlichen Seins." — Fürst Myschkin scheint von einer nahezu überirdischen Menschenliebe erfüllt. In naiver Ehrlichkeit und unerschütterlichem Glauben an das Gute im Menschen tritt er der Gesellschaft gegenüber, die ihn, den Kompromisslosen, als Narren ausgrenzt.

Als dunkles Ebenbild des naiven Philanthropen Myschkin rangiert Parfjon Semjonowitsch Rogoschin. Beide Männer lieben die stadtbekannte Mätresse Nastassja Filippowna. Während es jedoch die pure Leidenschaft ist, die Rogoschin antreibt, liegen Myschkins Gefühle nicht zuletzt in seinem tiefen Mitgefühl für das Leiden der vor den Augen der Gesellschaft „gefallenen“ Frau begründet. Diese wiederum fühlt sich zwischen den so ungleichen Männern hin und her gerissen. Es entspinnt sich ein tödliches Netz aus Leidenschaften und inneren Abhängigkeiten.

 

Erst spät wurde dem Werk Mieczysław Weinbergs (1919 – 1996) die Anerkennung zuteil, die ihm gebührt: In der Sowjetunion, wohin der Komponist vor den Gräueln der Naziherrschaft geflohen war, schlugen ihm antisemitische Anfeindungen der Kulturpolitik entgegen, im Westen war er nahezu unbekannt. Nach 1990 fand seine Musik dann ihren Weg in die Opernhäuser und Konzertsäle des Westens.

 

Mit seiner Oper ,Der Idiot‘ gelang Weinberg ein faszinierendes Musikdrama, das in seiner glühenden Musiksprache, deren Wurzeln in Spätromantik und Neoklassizismus liegen und Elemente russischer Folklore einbeziehen, Dostojewskis Figuren Leben einhaucht.

 

Libretto — Alexander Medwedjew

Nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Vito Cristofaro;

Regie: Andrea Schwalbach;

Bühne und Kostüme: Anne Neuser;

Chor: Thomas Bönisch;

Licht: Ernst Engel;

Dramaturgie: Steffi Turre/ Annabelle Köhler

 

Mit: Irina Oknina, Yulia Sokolik, Anna Avakian, Melanie Lang, Ute Biniaß; Zurab Zurabishvili, Daniel Moon, KS Paul Brady, Tomasz Wija, Alexander Murashov, Alwin Kölblinger

 

Weitere Vorstellungen: Fr 30. Januar und Do 19. Februar 2015

 

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