Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Der Stein" von Marius von Mayenburg - Staatstheater Wiesbaden"Der Stein" von Marius von Mayenburg - Staatstheater Wiesbaden"Der Stein" von Marius...

"Der Stein" von Marius von Mayenburg - Staatstheater Wiesbaden

Premiere: Freitag, 2. Oktober 2009, 19.30 Uhr, Kleines Haus

 

Ein Haus in Dresden, 1993. Witha zieht mit Tochter Heidrun und Enkelin Hannah dort nach langen Jahren der Abwesenheit wieder ein. Hier hat sie fast 20 Jahre ihres Lebens verbracht.

 

1935 hatte Witha das Haus gemeinsam mit ihrem Ehemann Wolfgang einer jüdischen Familie abgekauft. Voller Erinnerungen steckt das Gebäude, Erinnerungen an Wolfgang, an Krieg, an ihre Republikflucht in den Westen 1953. Während Hannah an einem Referat über Vorbilder arbeitet und dafür ihren Großvater auswählt, der während der NS-Zeit eine jüdische Familien rettete, kommt eine Fremde, Stefanie, zu Besuch, um ‚zu stören’. Auch sie hat einmal in diesem Haus gelebt, macht Ansprüche geltend – moralischer und rechtlicher Art.

 

Die Konfrontation der Frauen wirft Fragen nach Schuld und Verdrängung auf. So wie die politischen Systeme in Deutschland von den 30ern bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhun-derts im extremen Maße wechselten, so verschlungen zeigen sich auch die Lebenslinien aller beteiligten Personen. Allen gemeinsam ist die Flucht vor der eigenen Vergangenheit bzw. deren Mythologisierung. Doch wie lange lässt sich eine sorgsam aufgebaute Familienlegende aufrecht erhalten?

 

Marius von Mayenburg (Jahrgang 1972) verbindet mit raffinierten Zeitsprüngen Gewesenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges und verdichtet so knapp 60 Jahre deutscher Geschichte zu einem hochspannenden Familiendrama. Er gehört zu den wichtigsten deutschen Dramatikern und studierte „Szenisches Schreiben“ an der Hochschule der Künste in Berlin. Für seine mittlerweile über zehn Theaterstücke erhielt er u.a. den Kleist-Förderpreis für Junge Dramatiker und den Preis der Frankfurter Autorenstiftung. Seit 1999 arbeitet er als Dramaturg und Hausautor an der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin.

 

Der mazedonische Regisseur Slobodan Unkovski hat mit den Schauspielern ein konzentrier-tes Kammerspiel erarbeitet, in dem die Grenzen zwischen Realität und Lüge, Erinnerung und Mythos, Erlebtem und Erdachtem verwischen. Unkovski hat an zahlreichen Bühnen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, in Italien, Russland, Belgien, den USA und in Griechenland inszeniert. Er gastierte bei der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ in Wiesbaden mit „Schienen“ von Milena Marković (2004) und mit Dejan Dukovskis „Die andere Seite“ (2006). In der Spielzeit 2006/07 inszenierte er am Staatstheater Wiesbaden Biljana Sbrljanovićs Schauspiel „Heuschrecken“.

 

Inszenierung Slobodan Unkovski

Bühne und Kostüme Angelina Atlagic

Dramaturgie Carola Hannusch

 

Mit: Susanne Bard (Witha), Uwe Kraus (Wolfgang), Doreen Nixdorf (Heidrun), Eva-Maria Damasko (Hannah), Stefanie Hellmann (Mieze), Franziska Werner (Stefanie)

 

Weitere Vorstellungen:

Do 8.10. und Fr 16.10., jeweils 19.30 Uhr im Kleinen Haus

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑