Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Deutsche Erstaufführung: "Gudruns Lied" von Haukur Tómasson im Staatstheater MainzDeutsche Erstaufführung: "Gudruns Lied" von Haukur Tómasson im Staatstheater...Deutsche Erstaufführung:...

Deutsche Erstaufführung: "Gudruns Lied" von Haukur Tómasson im Staatstheater Mainz

Premiere am 15. April 2022 um 18 Uhr, Großes Haus

Gräueltaten, Rache und Mord – das sind die blutgetränkten Koordinaten, zwischen denen sich Gudruns Leben bewegt. Doch nicht sie selbst ist der Motor, der die Spirale aus Tat und Vergeltung in Gang setzt. Vielmehr ist es ein tief in ihrer Familie verankertes Streben nach Macht, das mit Gewalt durchgesetzt wird.

 

Diese immerwährende Struktur durchdringt auch Gudruns Leben und so pflastern viele Leichen ihren Weg, ohne dass sie Schuld daran trägt: die ihres Geliebten Sigurd, der von Gudruns Brüdern ermordet wird, die von Brynhild, der ersten Frau Sigurds, die aus Schmach über das Verlassenwerden seine Ermordung anstachelt und sich danach selbst umbringt, und die ihrer Brüder Gunnar und Högni, die von ihrem neuen Gatten, dem Bruder Brynhilds, als Vergeltung für den Tod der Schwester getötet werden. Ein Konglomerat an Gräueln, das Gudrun schlussendlich selbst zur Täterin werden lässt.

In seinem Werk Gudruns Lied entfesselt der isländische Komponist Haukur Tómasson die wohl bekannteste Heldensage der Kulturgeschichte: die Nibelungensage. Seine Komposition basiert auf Texten der altisländischen Edda-Dichtung und beleuchtet schlaglichtartig die Lebensstationen der Protagonistin sowie der mit ihr verbundenen Figuren, die sich zu einem gordischen Knoten verwirren und schließlich in der Katastrophe kulminieren. Verbunden werden diese einzelnen Stationen mit eigens für die Mainzer

Inszenierung

verfassten Zwischentexten der Autorin Hannah Dübgen.

Das Werk brachte Tómasson den renommierten Nordic Council Music Prize ein. Musikalisch eröffnet der Komponist klangliche Weiten, die die Seelenwelten der Figuren beleuchten und mit all ihren schroffen Abgründen und Gegensätzen ausloten.

Nach der

Uraufführung

1996 in Kopenhagen wird Gudruns Lied nun erstmals in Deutschland zu erleben sein. Die Deutsche

Erstaufführung

liegt in den Händen der Hausregisseurin Elisabeth Stöppler. Nachdem sie den Faust-Preis für ihre Inszenierung von Richard Wagners Götterdämmerung am

Theater

Chemnitz gewonnen hat, widmet sie sich nun erneut dem wohl berühmtesten Sagenstoff der Welt.

Musiktheater nach der Edda-Dichtung mit Zwischentexten von Hannah Dübgen
- In einer Fassung von Elisabeth Stöppler -
in altisländischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Robert Houssart
Inszenierung: Elisabeth Stöppler

Bühne

: Valentin Köhler
Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Licht: Ulrich

Schneider


Video: Fabio Stoll, Andreas Etter

Chor

: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Christin Hagemann
Dramaturgische Mitarbeit: Jörg Vorhaben
Einstudierung der Knabensolisten des Mainzer Domchores: Jutta Hörl

Gudrun: Nadja Stefanoff
Brynhild: Verena Tönjes
Atli: Brett Carter
Knefrodur, Norne: Alin Deleanu
Kostbera, Norne: Dorin Rahardja/ Maren Schwier 15.4.
Glaumvör, Norne: Lucie Ceralová
Atlis Söhne: Jonathan Menzel / Marian Brantzen, Jonas Freitag / Friedrich Seelmann, Emil Mosblech / Kilian Krams*
Grimhild: Monika Dortschy
Guttorm: Vincent Doddema
Svanhild: Leandra Enders

Statisterie des Staatstheater Mainz
Herrenchor des Staatstheater Mainz
*Mitglieder des Mainzer Domchors
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑