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Deutsche Erstaufführung: "Der Gott des Gemetzels" von Yasmina Reza in Bochum

Premiere am 27. April um 19.30 Uhr im Schauspielhaus.

 

Zwei 11-jährige Jungen prügeln sich heftig, der eine verliert zwei Schneidezähne. Unter zivilisierten Leuten, wie es die beiden Elternpaare sind, spricht man die Sache in aller Ruhe durch, schließlich ist man nicht in der Banlieu, wo die Autos brennen.

Bei Kaffee und Selbstgebackenem soll der pädagogisch korrekte Umgang mit dem Vorfall verabredet werden. Doch unversehens brechen sich archaischere Impulse Bahn. Aus Gereiztheiten und Sticheleien werden handfeste Vorwürfe, die Situation läuft aus dem Ruder. Wer war denn nun der Schuldige von den beiden Bengeln? Deutet Ferdinands rabiates Verhalten nicht auf Eheprobleme zwischen Alain und Annette hin? Was ist schlimmer: dass Michel den Hamster seiner Tochter ausgesetzt hat, oder dass Alain einen Pharmakonzern mit einem gesundheitsgefährdenden Medikament juristisch vertritt? Die Dämme der Wohlanständigkeit brechen und der Gott des Gemetzels erhebt sein Haupt.

Mit diabolischem Humor spießt Yasmina Reza in ihrem Stück unsere bürgerliche Gesellschaft auf und legt auf unterhaltsamste Weise die Abgründe unter der dünnen Schicht von Kultiviertheit offen.

 

Regie Burghart Klaußner Bühne Bernhard Siegl Kostüme Marion Münch

 

mit

Imogen Kogge, Ulli Maier, Felix Vörtler und Klaus Weiss

 

 

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