Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Deutsche Erstaufführung: HELENA. PLÄDOYER FÜR EINE SCHLAMPE von Miguel del Arco im Renaissance-Theater Berlin Deutsche Erstaufführung: HELENA. PLÄDOYER FÜR EINE SCHLAMPE von Miguel del...Deutsche Erstaufführung:...

Deutsche Erstaufführung: HELENA. PLÄDOYER FÜR EINE SCHLAMPE von Miguel del Arco im Renaissance-Theater Berlin

Premiere 13.10.2015, 20:00. -----

Die schönste Frau der Welt zu sein ist wirklich kein Spaß. Die schönste Frau der Welt gewesen zu sein ist schlichtweg eine Katastrophe. Jetzt redet sie. Als sie jung war, war sie Spielball der Männer, die sie umschwirrten. Jetzt darf die Göttliche nicht sterben und lebt ewig auf der Hinterbühne des Welttheaters.

Sie ist einsam, unsterblich einsam. Sie verließ ihren Mann und folgte Paris, ihrer großen Liebe. Doch ein Mythos darf nicht lieben. Aus der Sicht der schönsten Frau der Welt blickt sie zurück auf einen Krieg, der von Männern um Macht und Reichtum geführt wurde, und auf eine Karriere, von der nicht mehr geblieben ist als Einsamkeit und eine Kiste voller Erinnerungen: Als Star verehrt wie vermarktet, als gefallene Diva gebannt im Bild, das die öffentliche Meinung von ihr zeichnet. Mit Witz und Ironie entlarvt sie die Mechanismen Ruhmhungriger und Geldgieriger.

 

Die Geschichte teilt die Beteiligten auf in tragische Helden, treue Frauen und eine Schuldige: Die Schöne, die Schlampe.

 

Mit Georgette Dee wird Helena zur Diseuse, zur Diseuse von Macht und Ruhm, von Krieg und - vor allem - von Liebe. Georgette Dee ist die Diva und ironisiert die Diva. Sie ist eine Ikone des Transgender. Sie steht wie kaum eine andere Künstlerin für die Verbindung von Unterhaltung und bissiger Intelligenz, von hoher Emotionalität und klarer Weltsicht. Ein Theaterabend mit Georgette Dee als berühmteste Schlampe der Weltgeschichte, die dieses Image wirklich satt hat.

 

Die Zeit bezeichnete sie als "Deutschlands größte lebende Diseuse"; Le Monde schrieb "Sie will alles – sie gibt alles. Das Paradies vor den Pforten der Hölle." Georgette Dee ist eine deutsche Kunstfigur und tritt als Sängerin und Schauspielerin auf mit Gastspielen am Schillertheater Berlin, Berliner Ensemble, Burgtheater Wien, Odeon Paris, Kammerspiele München, u.v.a. Sie wurde ausgezeichnet mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung. Als Schauspielerin war sie am Berliner Ensemble, Theater am Kurfürstendamm, am Nationaltheater Mannheim, Schauspiel Frankfurt, Schauspiel Hannover, u.a. tätig. Mit dem Regisseur Elias Perrig verbindet Georgette Deeeine langjährige künstlerische Zusammenarbeit ("Kugeln überm Broadway", Konstanz; "Das weite Land", Basel; "Wie es Euch gefällt", Heidelberg). "Georgette Dee ist die perfekte Diva — göttlich eben. Wenn sie die Bühne betritt, jagt sie einem heisskalte Schauer über den Rücken. Schreiend, gurrend, flüsternd, heulend, tobend und seufzend kämpft sie sich durch ihre Lieder. Eine Diseuse, die an Marlene Dietrich gemahnt, an Judy Garland, an Zarah Leander, an Hildegard Knef oder an ihr grosses Vorbild Nina Simone — und doch immer Georgette ist." (Yann Allegret)

 

Miguel del Arco, 1965 in Madrid geboren, gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Theatermachern Spaniens. Nach grandiosen Erfolgen in seinem Heimatland kommt sein furioser Monolog "Juício a una zorra" nun endlich auch nach Deutschland.

 

Eine Produktion von Theater Wahlverwandte in Zusammenarbeit mit dem Renaissance-Theater Berlin

 

Deutsch von Miriam Smolka, Mitarbeit: Wolfgang Seidenberg

 

GEORGETTE DEE ist HELENA VON TROJA

 

Regie Elias Perrig

Ausstattung Merit Fakler

Musik Terry Truck

 

mit

Georgette Dee

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑