Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Deutsches Schauspielhaus in Hamburg: "Baal" von Bertolt Brecht Deutsches Schauspielhaus in Hamburg: "Baal" von Bertolt Brecht Deutsches...

Deutsches Schauspielhaus in Hamburg: "Baal" von Bertolt Brecht

Premiere am Samstag, 20. März, 20 Uhr / Malersaal

 

»Baal frisst! Baal tanzt!! Baal verklärt sich!!!« Bertolt Brecht.

Wenn man ihn feiert, will er seine Ruhe. Wenn einer sein Freund ist, enttäuscht er ihn.

Wenn er Arbeit hat, geht er nicht hin. Wenn eine Frau ihn liebt, schickt er sie fort. Aber wenn er allein ist, heult er wie ein Kind. Keiner bekommt Baal zu fassen. Brechts sprachgewaltiges Künstlerportrait »Baal« ist weder Tragödie noch Komödie. Seine Hauptfigur wurde als revolutionäres Gegenbild zum angepassten Bürger, als Übermensch und Verbeugung vor Nietzsche, als lyrische Verklärung eines Augsburger Bekannten oder offenherzige Selbstbespiegelung gelesen. Doch auch den Lesarten verweigert sich Baal hartnäckig. Selbst Brecht konnte seinen widerständigen Helden zeitlebens nicht bändigen.

 

Nachdem er das skandalträchtige Erstlingswerk immer wieder überarbeitet hatte, kehrte er 1954 nicht ohne Warnung – »dem Stück fehlt Weisheit« – zur zweiten Fassung zurück. Wie also diesen schlüpfrigen Verweigerer einfangen? Regisseur Samuel Weiss geht mit einer ganzen Schauspielklasse auf die Jagd. Denn indem man Baals verführerische Vielgestalt ernst und wörtlich nimmt, kann man ihn vielleicht doch halten. Ein Lied, einen Kuss, eine Ohrfeige lang.

 

Eine Produktion der Theaterakademie Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus.

 

Regie: Samuel Weiss, Bühne: Ralph Zeger, Kostüme: Janina Brinkmann, Dramaturgie: Anna Heesen, Friederike Trudzinski, Licht: Susanne Ressin.

Es spielen: Pina Bergemann, Benedikt Greiner, Rüdiger Hauffe, Arash Hosseinkhani Marandi, Wiebke Mollenhauer, Anton Pleva, Marie Sophie Seiser, Lisa Stiegler (Studierende des 6. Semesters Bachelor Schauspiel der Theaterakademie Hamburg).

 

Weitere Vorstellungen am 22. und 31. März

 

Eintrittspreis: 16 € / 7,50 €

Karten: Telefon 0 40.24 87 13 (Mo.-Sa., 10-19 Uhr) oder online unter www.schauspielhaus.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑