Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Deutsches Theater Berlin: "Die Wildente" von Henrik IbsenDeutsches Theater Berlin: "Die Wildente" von Henrik IbsenDeutsches Theater...

Deutsches Theater Berlin: "Die Wildente" von Henrik Ibsen

Premiere 13. Juni 2021, Deutsches Theater

Das Monströse ist Normalität geworden und die Normalität monströs, so die bittere Erkenntnis, als Gerdis Werle nach Jahren der Isolation und Abgeschiedenheit in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Nicht, dass sie als Buchhalterin eines Außenpostens der väterlichen Firma hoch oben in den nordischen Wäldern die Unabhängigkeit und Klarheit gefunden hätte, nach der sie gesucht hatte. Die Gespenster der Vergangenheit trägt sie noch immer in sich. Doch was ist das gegen die Verbiegungen und Deformationen, die sie vorfindet?

 

Copyright: Iko Freese/DRAMA

Ihr Vater, mächtiger und krisenfester Unternehmer, liebäugelt mit einer späten zweiten Ehe und dem Ruhestand. Doch Ruhe will Gerdis nicht geben, zu groß ist aus ihrer Sicht seine Schuld am Tod der Mutter und am Bankrott seines Geschäftspartners Ekdal, der für ihn ins Gefängnis musste. Um diese Schuld zu vertuschen, hat ihr Vater, wie sich zeigt, keine Kosten gescheut und viele Schulden beglichen.

Er hat Ekdals Sohn Hjalmar ein Fotoatelier finanziert, die Hochzeit mit seiner Ex-Geliebten Gina bezahlt und ein Netz von Abhängigkeiten gespannt, in dem sich Gerdis‘ Jugendfreund Hjalmar samt Frau und seiner Tochter Hedvig nur allzu bequem eingerichtet hat. Inbegriff ihrer geretteten und zugleich beschädigten Existenz ist eine zahme Wildente, ein von Werle auf der Jagd angeschossenes, flügellahmes Tier, das von Hedvig gehegt und gepflegt wird. Doch welchen Weg aus der Beschädigung kann es geben, der nicht auf totale Zerstörung hinausläuft?

Regie Stephan Kimmig
Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Musik Michael Verhovec
Licht Robert Grauel
Dramaturgie John von Düffel

Anja Schneider
Gerdis Werle
Paul Grill
Hjalmar Ekdal
Judith Hofmann
Gina, seine Frau
Linn Reusse
Hedvig, ihre Tochter
Peter René Lüdicke
Dr. Relling

Mit englischen Übertiteln
24. Juni 2021 19.30 - 21.20

mit englischen Übertiteln
25. Juni 2021 19.30 - 21.20

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑