Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Die Antigone des Sophokles“ von Bertolt Brecht im Theater und Heidelberg „Die Antigone des Sophokles“ von Bertolt Brecht im Theater und Heidelberg „Die Antigone des...

„Die Antigone des Sophokles“ von Bertolt Brecht im Theater und Heidelberg

Premiere Mi 31.01.2018, 19.30 Uhr, Theater und Orchester Heidelberg / Alter Saal

Eine internationale Kooperation zwischen Rumänien, Deutschland, Luxemburg. --- „In der Antigone wird nunmehr die Gewalt erklärt aus der Unzulänglichkeit; das elementar Menschliche, zu sehr gedrückt, explodiert. Und wirft das Ganze auseinander und in die Vernichtung.“ B.B.

 

Copyright: Ovidiu Zimcea

Im Streit um den Thron von Theben haben sich die Königssöhne Eteokles und Polyneikes gegenseitig umgebracht. Nun hat Kreon, der neue König, Eteokles als Verteidiger der Stadt ehrenvoll bestatten lassen. Die Beerdigung der Leiche des Angreifers Polyneikes verbietet er dagegen bei Todesstrafe.

Davon unbeeindruckt, versucht Antigone ihren Bruder Polyneikes gemäß den traditionellen religiösen Vorschriften zu bestatten, damit der Leichnam nicht von wilden Tieren zerfleischt wird. Durch diesen Akt zivilen Ungehorsams stellt sie sich gegen das geltende Recht. Unverzüglich spricht Kreon das Todesurteil aus, obwohl Antigone die Verlobte seines Sohnes Hämon ist. Auf der Grundlage der Übersetzung von Friedrich Hölderlin hat Bertolt Brecht 1948 die antike Tragödie aktualisiert:

Bertolt Brecht, ein Bühnenklassiker der jüngeren Theaterliteratur schlechthin: zahlreiche Themen hat er aufgegriffen und diese Stoffe auch bearbeitet. Einer davon ist „Antigone“. Mit der Bearbeitung des Stoffes des großen antiken griechischen Tragödiendichters Sophokles, gab Brecht diesem eine sehr zeitgenössisch Interpretation. Der machtlose Mensch wird nicht durch sein Schicksal vernichtet, das als Instanz über ihm schwebt, das Schicksal des Menschen ist der Mensch selbst. Die Uraufführung der „Antigone des Sophokles“ fand 1948 am Stadttheater Chur, Schweiz, statt. Die Regie lag dabei in Händen von Bertolt Brecht und Caspar Neher.

Das Theater und Orchester Heidelberg zeigt mit dieser Neuinszenierung, die vom Land Baden-Württemberg gefördert wurde, eine internationale Koproduktion. Es arbeiten dabei Künstler von Theatern aus drei europäischen Ländern zusammen. Dabei sind das Deutsche Staatstheater Temeswar, das Nationaltheater Luxemburg, die Ruhrfestspiele Recklinghausen - eines der renommiertesten Theaterfestivals in Deutschland - das Theater Heidelberg sowie TARTproduktion Stuttgart. Es spielen: Oana Vidoni (Antigone, Rumänien), Nickel Bösenberg (Kreon, Deutschland), Olga Török (Ismene, Rumänien), Steffen Gangloff (Hämon, Deutschland), Germain Wagner (Teresias, Luxemburg), Pascale Noé Adam (Wächer/Bote, Luxemburg), Dana Borteanu (Sängerin, Rumänien).

Die Regie bei diesem Projekt übernahm Bernhard Eusterschulte, der Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München studierte. Diesem schloss er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München an. 1999 gründeten Johanna Niedermüller und er die freie TARTproduktion Stuttgart. Eusterschulte arbeitete mit Lehrverpflichtung als künstlerischer Mitarbeiter des Rektors Prof. Ben Willikens an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 2005 lebt und arbeitet er als freischaffender Regisseur, Raumbildner und Dramaturg in Stuttgart.

Die Inszenierung ist vom 31. Januar bis 03. Februar 2018 im Alten Saal des Heidelberger Theaters zu erleben. - Weitere Informationen und Tickets: www.theaterheidelberg.de; 06221/5820.000

Die internationale Koproduktion wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑