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Die Macht der GefühleDie Macht der GefühleDie Macht der Gefühle

Die Macht der Gefühle

„The You Show” von Crystal Pite/Kidd Pivot Frankfurt RM im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

In vier Episoden erzählt Crystal Pite in ihrem Stück "The You Show" von der Komplexität der zwischengeschlechtlichen Liebesbeziehung. Es ist eine Show vom Du, in dem das Ich selbstverständlich immer auch mitgedacht ist. In der ersten Episode wird an den Zuschauer appelliert, sich an eigenes Erleben zu erinnern, sich einzufühlen und zwar in erster Linie körperlich. Und es wird die Frage gestellt, ob ein Paarbeziehung überhaupt gelingen kann.

 

Pites Tanzstück ist ein Sichtbarmachen der inneren Gefühlszustände. Das geht vom ersten stürmischen Annähern zweier Körper, in dem die Körperteile durchbuchstabiert werden, über die melancholisch-zarte Erinnerung an eine längst vergangene Liebesnacht, in der der Wind stürmisch wehte, dem Missverstehen, dem Verlassen und Verlassen werden, bis zum kolossalen Streit. Wie der Konflikt im Innern tobt, wie überwältigend Gefühle sein können, zeigt Pite in der Karikatur einer Supermann-Phantasie, die in einem martialischen Kampf der Titanen ausartet. Der Soundtrack dazu: von zersplitterndem Glas, dem Sound einer Schnellstraße über die Mondscheinsonate bis zur Musik des kanadischen Komponisten Owen Belton. Pite findet für den Zwiespalt der Gefühle, den Hass, die Wut, die Trauer, die Sehnsucht und das Scheitern beeindruckende Bilder. Und sie lässt auch bei aller tragischen Entwicklung Humor und Ironie zu. So jedenfalls wurde die Analyse einer Paarbeziehung noch nicht gezeigt! Und die Kidd Pivot Truppe führte das alles überaus virtuos und artistisch vor. Die Zuschauer lohnten es mit enthusiastischem Beifall.

 

Choreografie: Crystal Pite

 

Tanz: Eric Beauchesne, Peter Chu, Sandra Marin Garcia, Yannick Matthon, Rena Narumi, Anne Plamondon, Ji?í Pokorný, Cindy Salgado, Jermaine Spivey

 

Musik, Komposition: Owen Belton

zusätzl. Musik: Ludwig van Beethoven, Vladimir Ashkenazy, James Dooley;

Text: Crystal Pite;

Licht: Rob Sondergaard;

Bühnendesign: Jay Gower Taylor;

Kostüme: Linda Chow

 

25. und 26. November 2011

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