Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Marquise von O. / Drachenblut" nach den Novellen von Heinrich von Kleist und Christoph Hein im Schauspiel Stuttgart"Die Marquise von O. / Drachenblut" nach den Novellen von Heinrich von..."Die Marquise von O. /...

"Die Marquise von O. / Drachenblut" nach den Novellen von Heinrich von Kleist und Christoph Hein im Schauspiel Stuttgart

Premiere: Samstag, 10. Mai 2014, 20.00 Uhr, Kammertheater. -----

Zwei Novellen, die Armin Petras für die Bühne bearbeitet hat. Zwei Frauen zwischen Selbstbehauptung und Selbstverleugnung.

 

Kleists Marquise von O. berichtet von einem Skandal: In einer Zeitungsannonce erklärt die junge Witwe Julietta von O, dass sie ohne ihr Wissen in andere Umstände gekommen sei. Der unbekannte Vater des erwarteten Kindes wird gebeten, sich zu melden. Sie wolle ihn aus Rücksicht auf die Familie heiraten, auch wenn diese sie wegen des vermeintlichen Fehltritts verstoßen hat. In dem Bewusstsein ihrer völligen Unschuld zieht sich Julietta von der Gesellschaft und deren Konventionen zurück, entwickelt eigene Werte und ein unangepasstes Selbstbewusstsein. Als der ihr bekannte Graf F, der sie während der Besatzungszeit vor dem sexuellen Übergriff durch feindliche Soldaten bewahrte, sich zu seiner Vaterschaft bekennt, heiratet sie ihn. Aber seine Gewalttat, ihr angetan in einem Ohnmachtsanfall, verzeiht sie ihm erst sehr viel später.

 

Christoph Hein erzählt in Drachenblut die Geschichte der Ärztin Claudia, die scheinbar unverwundbar dahin lebt. Sie hat sich in ihrem Klinikjob und in ihrer Einzimmerwohnung eingerichtet. Ein angepasstes Leben, ausgerichtet auf Effizienz: Das Scheitern ihrer ersten Ehe ist für sie mehr ein Irrtum als eine emotionale Katastrophe. Auch die Beziehung zu ihrem jetzt verstorbenen „fremden Freund“ diente eher der Triebabfuhr als einem inneren Bedürfnis. Einen dunklen Punkt gibt es aber auch in ihrer Vergangenheit.

 

Regie: Armin Petras, Bühne: Annette Riedel, Kostüme: Aino Laberenz, Musik: Johannes Hofmann, Dramaturgie: Carmen Wolfram

 

Mit: Fritzi Haberlandt, Cristin König, Katharina Knap, Hans Löw, Astrid Meyerfeldt, Maximilian Simonischek

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑