Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DIE MOSKAUER PROZESSE von MILO RAU / IIPM – INTERNATIONAL INSTITUTE OF POLITICAL MURDERDIE MOSKAUER PROZESSE von MILO RAU / IIPM – INTERNATIONAL INSTITUTE OF...DIE MOSKAUER PROZESSE...

DIE MOSKAUER PROZESSE von MILO RAU / IIPM – INTERNATIONAL INSTITUTE OF POLITICAL MURDER

> 1.-3. März 2013, Sacharow-Zentrum Moskau, dreitägige Gerichtsshow

> 14.-16. März 2013, Gessnerallee Zürich, Preview Filmfassung und Videoinstallation

> 11. Mai-10. Juni 2013, Wiener Festwochen, durchgehende Videoinstallation

> 21. Mai 2013, Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Video Lecture

> 14.-16. Juni 2013, Konzert Theater Bern, Schlussausstellung und Uraufführung Film

am 3. März 2012 wurden die Aktivistinnen von "Pussy Riot" verhaftet. Der folgende Prozess gegen die Musikerinnen sollte der berühmteste der jüngeren russischen Rechtsgeschichte werden.

 

Genau ein Jahr nach der Verhaftung, vom 1. bis 3. März 2013, nimmt der Regisseur Milo Rau in der Ausstellungshalle des Moskauer Sacharow-Zentrums den Prozess gegen "Pussy Riot" wieder auf. Auf der Bühne stehen richtige Anwälte und die tatsächlich Beteiligten an den großen Schauprozessen der Putin-Ära: Priester, Künstler, konservative und liberale Intellektuelle.

 

Das auf Bewährung freigelassene Mitglied von "Pussy Riot", Katja Samuzewitsch, wird an Milo Raus Projekt als Expertin und Zeugin in eigener Sache teilnehmen. "Ich bin begeistert, bei den ‚Moskauer Prozessen‘ dabei zu sein", sagte sie in einem Videostatement. "Ich hoffe, dass unsere Argumente nun endlich gehört werden."

 

Ihr und den anderen angeklagten Künstlern wird Ana Stavickaja als Anwältin zur Seite stehen. Ana Stavickaja war Verteidigerin in den umstrittenen Prozessen um die Ausstellungen "Vorsicht, Religion" (2003) und "Verbotene Kunst" (2007), im Westen gelangte sie als Rechtsvertreterin der Angehörigen der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja zu grösserer Bekanntheit.

 

Als die Punk-Aktivistinnen von „Pussy Riot“ für einen unangemeldeten Auftritt in der Moskauer Erlöserkathedrale zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden, führte das zu Protestkundgebungen in der ganzen Welt. Doch es war nur der Endpunkt einer unterdessen 10jährigen Reihe von Schauprozessen gegen Künstler und Dissiden-te, mit denen das System Putin jeden demokratischen Wandel verunmöglicht. Das Pro-jekt „Die Moskauer Prozesse“ versucht, Bewegung in die starren russischen Verhält-nisse zu bringen – mit den Mitteln des politischen Theaters. Im Moskauer Sacharow-Zentrum wird ein Gerichtssaal aufgebaut, und in einem dreitägigen Prozess-Spektakel treten die Exponenten des russischen Kulturkampfs gegeneinander an. Auf der Bühne stehen dabei keine Schauspieler, sondern Akteure aus dem realen Leben: Künstler, Politiker, Kirchenführer, richtige Anwälte und ein richtiger Richter. Ein Schöffengericht aus sechs Moskauer Bürgerinnen und Bürgern fällt schließlich das Urteil: für oder ge-gen die Demokratie, für oder gegen die Freiheit der Kunst.

 

Konzept, Künstlerische Leitung und Regie: Milo Rau

Kuration und Produktion: Jens Dietrich

Ko-Kuration Weimar/Bern: Sophie-Thérèse Krempl

Ko-Produktion Film: Arne Birkenstock

Bühne: Anton Lukas

Sound: Jens Baudisch

Kamera: Markus Tomsche

Öffentlichkeitsarbeit: Yven Augustin

Fachberatung: Sandra Frimmel

Dramaturgische Mitarbeit und Produktionsleitung: Milena Kipfmüller

Regieassistenz: Yanina Kochtova (Moskau), Swaantje Kleff (Weimar)

Casting Moskau: Anastasia Patlay

Corporate Design: Nina Wolters

Web-Programmierung: Jonas Weissbrodt

 

www.the-moscow-trials.com

www.international-institute.de

www.theaterneumarkt.ch

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑