Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf - Stadttheater Bremerhaven "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf - Stadttheater..."Die neuen Leiden des...

"Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf - Stadttheater Bremerhaven

Premiere am 17. Oktober 2009 um 19.30 Uhr im Großen Haus

 

Der junge Edgar Wibeau steckt mit 17 Jahren immer noch in der Pubertät. Er begehrt auf, eckt an – und stößt sich den Kopf besonders hart, denn in der DDR, wo er aufwächst, ist kaum Platz für Individualisten wie ihn.

 

So flüchtet er aus dieser Gesellschaft, nachdem er seinen Heimatort Mittenberg verlassen hat, um an der Kunsthochschule in Berlin zu studieren, aber nicht aufgenommen wird. Er zieht sich in eine Laube zurück und entdeckt dort bei der Lektüre von Goethes Die Leiden des jungen Werthers, dass er mit diesem berühmtesten aller Liebeskranken einiges gemeinsam hat...

Seit zwanzig Jahren gibt es die DDR nicht mehr, doch das Stück des vor 1 ½ Jahren verstorbenen Ulrich Plenzdorf ist heute noch so aktuell wie bei seinem Erscheinen Anfang der 70er Jahre. Natürlich ließen sich die Probleme des Helden vor dem damaligen historischen Hintergrund besonders prägnant darstellen – und doch sind es die gleichen Leiden, an de-nen Jugendliche in aller Welt heute wie eh und je kranken: Liebe, die als Eifersucht schmerzt und ein gestörtes Verhältnis zur Mitwelt.

 

Auch der „neue Werther“ liebt eine verlobte, später verheiratete Frau namens Charlotte, die er nicht wie sein Vorgänger Lotte, sondern 'Charlie' nennt – und Edgar kämpft um seine Freiheit, stürzt sich freimütig in Konflikte und fühlt sich abgrundtief unverstanden: „An einem Tag war ich auf den Gedanken gekommen, was gewesen ist, wenn ich eines Tages abkratzen müsste. Ich meine, was ich dann vom Leben gehabt hätte. Den Gedanken wurde ich einfach nicht mehr los.“ Kein Problem, sich in dieser aktuali-sierten Werther-Story wiederzuerkennen. Selbst wenn man keine 17 mehr ist.

 

Inszenierung: Andreas Kloos;

Ausstattung: Beatrice von Bomhard

 

mit: Hella-Birgit Mascus (Die Mutter/Die Chefin des Kindergartens/Die ABV/Die Bootsverlei-herin), Laina Schwarz (Charlotte/Die Freundin des Vaters); Sebastian Brummer (Edgar), Stephan Clemens (Dieter/Kindergartenkind 2), Guido Fuchs (Der Vater), Patrick Heppt (Wil-li/Jonas/Kindergartenkind 1), Ben Jung (Addi/Kindergartenkind 3), Kay Krause (Zaremba/Der Schrapperfahrer/Kindergartenkind 4), Günter Pirow (Meister Flemming/Der Professor/Der Techniker); Band „Die Steher“: Sebastian Brummer, Stephan Clemens, Patrick Heppt

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑