Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Orestie" von Aischylos - Schauspielhaus Bochum"Die Orestie" von Aischylos - Schauspielhaus Bochum"Die Orestie" von...

"Die Orestie" von Aischylos - Schauspielhaus Bochum

Premiere: 18. November 2017. -----

Besonnenheit statt Rache, Rechtsstaat statt Willkür – die „westlichen Werte“ gründen in der antiken griechischen Polis. 458 v. Chr., in einer Zeit demokratischen Aufbruchs, beschreibt Aischylos den politischen Wandel Athens anhand des mythischen Atridenfluchs:

Agamemnon kehrt siegreich aus dem Trojanischen Krieg zurück, doch Klytaimnestra tötet ihren Mann, weil er vor dem Feldzug die Tochter Iphigenie opferte. Orestes und Elektra rächen ihren Vater, sie bringen ihre Mutter und deren Geliebten Aigisthos um. Dies ruft wiederum die Erinnyen, die Rachegöttinnen, auf den Plan. Doch die Göttin Pallas Athene beendet den Fluch: Orestes begegnet nicht blinder Vergeltung, sondern muss sich vor Gericht öffentlich verantworten. Der blutige Kreislauf aus Gewalt und Rache ist durchbrochen.

 

In der einzigen erhaltenen Trilogie der Antike, erstmalig in Bochum aufgeführt, lässt Aischylos einen friedlicheren Weg für die Menschheit aufscheinen. Denn ob als Familie oder Gesellschaft, jede Gemeinschaft ist von der Fähigkeit zum Interessensausgleich durch Argumente abhängig – und auch zur Vergebung.

 

Lisa Nielebock (*1978), ausgezeichnet mit dem Folkwang Preis und dem Körber Preis für Junge Regie, ist seit 2014 Professorin für Regie an der Folkwang Universität der Künste. Mit „Phaidras Liebe“ von Sarah Kane war sie zum Festival „Radikal jung“ am Münchner Volkstheater eingeladen. Sie inszenierte außerdem am Nationaltheater Mannheim, Schauspiel Essen, Nationaltheater Weimar und Theater Bern. Ihre bekanntesten Bochumer Arbeiten sind „Hiob“ nach Joseph Roth sowie Kleists „Penthesilea“ und „Amphitryon“.

 

Regie: Lisa Nielebock

Bühne: Oliver Helf

Kostüme: Ute Lindenberg

Musik: Thomas Osterhoff

Dramaturgie: Sascha Kölzow

 

Mit: Therese Dörr (Kassandra), Dennis Herrmann (Orest), Anna Hofmann (Elektra), Marco Massafra (Aigisthos), Jana Schulz (Athene, Wächter), Werner Wölbern (Agamemnon, Apollon), Anke Zillich (Klytaimnestra)

 

Die nächsten Vorstellungen: 2&. & 24. November

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑