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„Die Räuber“ von Friedrich Schiller im Theater am Goetheplatz Bremen

Premiere am 1. Juni um 19.30 Uhr im Theater am Goetheplatz. -----

Kaum ein Werk wurde so unterschiedlich interpretiert wie Schillers 1782 in Mannheim uraufgeführtes Schauspiel. Peter Zadeks Bremer Inszenierung 1966 etwa bot in den Augen des damaligen Intendanten Kurt Hübner so viel Skandalisierungs-Potenzial, dass er die Premiere aus dem regulären Spielplan und in die Nacht legte.

 

Das Ergebnis war extrem kontrovers diskutiertes Pop-Theater – die Inszenierung gilt heute als legendär, und zudem als eine der prägendsten Inszenierungen der Hübner-Ära.

 

Regisseur Felix Rothenhäusler und das Produktions-Team suchen jetzt nach der Wucht von Schillers Jugendstück im Heute und suchen danach, was passiert, wenn der Wunsch, etwas „Großes zu schaffen“ auf ein Außen trifft. Im bürgerlichen Lebenslauf ist der Ausbruch als zeitlich begrenzter Abschnitt vorgesehen – nach dem Motto, „in jungen Jahren sollte man auch mal ‚die Sau rauslassen‘; dies dient der Identitätsbildung, um dann, arbeitend, in Lohn und Brot, diese Phase hinter sich lassen zu können. Wenn Karl Moor aber nach einer wilden Studienzeit zum Räuberhauptmann wird, ist etwas schiefgelaufen. Ebenso wenn die Intrigen seines Bruders Franz den Vater nicht nur zur Weißglut, sondern ins Grab bringen. Das Aufbegehren der Brüder gegen die Verhältnisse destabilisiert diese jedoch nicht.

 

Felix Rothenhäuslers Inszenierung stellt deshalb Fragen wie: Ist der Ausbruch mehr als bloße Fiktion oder kennt der Lebens-Loop kein Außerhalb? Und: Verbirgt sich in Schillers „Böhmischen Wäldern“ heute noch ein utopischer Ort? Gerüchteweise spielt auf dieser Suche auch im Jahr 2013 die Welt des Comics eine entscheidende Rolle

 

Regie: Felix Rothenhäusler

Bühne: Evi Bauer

Kostüm: Anja Sohre

Musik: Matthias Krieg

Dramaturgie: Tarun Kade

 

Mit: Martin Baum, Claudius Franz, Nadine Geyersbach, Paul Matzke, Robin Sondermann, Matthieu Svetchine

 

Weitere Termine unter www.theaterbremen.de

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