Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die schmutzigen Hände" von Jean Paul Sartre im Düsseldorfer Schauspielhaus"Die schmutzigen Hände" von Jean Paul Sartre im Düsseldorfer Schauspielhaus"Die schmutzigen Hände"...

"Die schmutzigen Hände" von Jean Paul Sartre im Düsseldorfer Schauspielhaus

Deutsch von Eva Groepler.

Premiere am 14. Oktober 2006, Kleines Haus

„Ich habe keine prinzipiellen Einwände gegen politischen Mord“, sagt Hoederer zu seinem Mörder, „so etwas findet in jeder Partei statt.“

Hugo, ein junger, aus dem Bürgertum stammender Intellektueller, schließt sich einer radikalen revolutionären Partei an, um seinem quälenden Gefühl privaten und gesellschaftlichen Sinndefizits endlich Taten folgen zu lassen. Als die Partei die Ermordung des hohen Funktionärs Hoederer plant, der mit seinen politischen Gegnern der regierenden bürgerlichen Partei kollaborieren will, übernimmt Hugo freiwillig diese Aufgabe. Immer wieder jedoch lässt er die Gelegenheit zum Mord verstreichen – der unerfahrene Idealist ist dem Realpolitiker Hoederer nicht gewachsen: Die politische Verantwortung, die Hugo übernommen hat, weicht zunehmend einer privaten, individuellen Wahrnehmung seines ‚Opfers’.

 

Mit „Die schmutzigen Hände“ stellt Sartre die Frage nach der politischen Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft ins Zentrum. Schon 1948 formulierte er damit ein Problem, das uns heute zunehmend beschäftigt: Wie positioniere ich mich als politisches Individuum innerhalb der Gesellschaft? Längst entbehrt der politische Diskurs jener ideologischen Grundlage, die Freund zu Freund und Feind zu Feind macht. Die politische Tat, das politische Engagement ist im postideologischen Zeitalter kompliziert geworden.

 

Zum Regisseur

Sebastian Baumgarten war von 1999 bis 2002 Oberspielleiter für Musiktheater in Kassel, von 2003 bis 2005 Chefregisseur des Meininger Theaters. Er arbeitete als Regisseur für Oper und Schauspiel u.a. an der Königlichen Oper Kopenhagen, an der Deutschen Oper Berlin, an der Komischen Oper Berlin, an der Semperoper Dresden, am Theater Freiburg, am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Köln und am Schauspiel Hannover.

 

Inszenierung: Sebastian Baumgarten

Bühne: Natascha von Steiger

Kostüme: Alexander Wolf

Musik: Ingo Günther

Video: Stefan Bischoff

Dramaturgie: Andrea Schwieter

 

Mit: Miguel Abrantes Ostrowski, Cathleen Baumann, Nadine Geyersbach, Urs Peter Halter, Christoph Müller, Daniel Nerlich, Götz Schulte, Pierre Siegenthaler, Hans-Jochen Wagner

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑