Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Doppelpremiere von "Dido und Aeneas" und "Zweimal durchs Herz" am Theater PforzheimDoppelpremiere von "Dido und Aeneas" und "Zweimal durchs Herz" am Theater...Doppelpremiere von "Dido...

Doppelpremiere von "Dido und Aeneas" und "Zweimal durchs Herz" am Theater Pforzheim

Samstag, 8. Mai 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

Im ersten Teil des Abends wird die Barockoper "Dido und Aeneas" von Henry Purcell zu erleben sein, im zweiten Teil die Kammeroper "Zweimal durchs Herz" ("Twice Through the Heart") des zeitgenössischen Komponisten Mark-Anthony Turnage.

Purcells "Dido und Aeneas" liegt die Sage von der karthagischen Königin Dido zugrunde, für die der Tod ein letzter Ausweg aus ihrer zum Scheitern verurteilten Liebe ist. Nach dem Fall Trojas landet der trojanische Prinz Aeneas in Karthago. Eine glückliche Verbindung der Liebenden scheint greifbar, doch Aeneas zieht fort, um sein Schicksal zu erfüllen und Gründer des Römischen Reichs zu werden. Dido hingegen kann ohne seine Liebe nicht mehr weiterleben und stirbt.

 

In "Zweimal durchs Herz" erzählt eine wegen Mordes an ihrem Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilte Frau die Geschichte ihrer Ehe, die einst als große Liebe begann und zu einem Alptraum wurde. Jahrelang wurde sie von ihrem Mann gedemütigt, misshandelt und ignoriert, bis sie ihn schließlich im Affekt mit dem Küchenmesser tötete.

 

Inszeniert werden beide Opern von Bettina Lell, der stellvertretenden Operndirektorin des Theaters, die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Markus Huber.

 

"Wir verlassen die ausgetretenen Pfade des Repertoires und wollen unserem Publikum zeigen, was Musiktheater alles sein kann", erklärt Operndirektor Wolf Widder die auf den ersten Blick ungewöhnliche Konzeption des Opernabends mit Werken aus so weit auseinander liegenden Epochen. 1689 wurde "Dido und Aeneas" in London uraufgeführt. "Zweimal durchs Herz" feierte 1997 beim renommierten Aldeburgh Festival in Suffolk seine Uraufführung. Die Verbindung der Werke ergibt sich für Widder nicht allein durch die Tatsache, dass beide von englischen Komponisten verfasst wurden. "Es gibt eine große thematische Nähe: In beiden Opern steht die schicksalhafte Verbindung von Liebe und Tod im Mittelpunkt."

 

"Die gescheiterten Liebesgeschichten von zwei starken Frauen" möchte Regisseurin Bettina Lell in ihrer Inszenierung in den Vordergrund rücken. "In beiden Fällen zerbricht die Liebe und endet mit dem Tod. Das ist das große Thema dieser Opern." Nach außen wird die enge Verbindung der Opern auch dadurch deutlich, dass Ausstatterin Sibylle Schmalbrock für beide Opern ein einheitliches Bühnenbild entworfen hat. Ihre Ausstattung schlägt nicht nur die Brücke von der Moderne zum Barock, sondern bezieht auch Elemente aus der klassischen Antike mit ein.

 

Die karthagische Königin Dido wird alternierend von Mezzosopranistin Gundula Schneider als Gast und Ensemblemitglied Marie-Kristin Schäfer verkörpert, die in dieser Spielzeit bereits als Orpheus in "Orpheus und Eurydike" zu erleben war. Die Partie des Aeneas singt Stefan Hagendorn. Dorothea Geipel, die dem Pforzheimer Publikum aus "Salome" bekannt ist, konnte für die Rolle der Frau in "Zweimal durchs Herz" als Gast gewonnen werden.

 

Henry Purcell

Dido and Aeneas

Oper in drei Akten, Libretto von Nahum Tate

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Mit: Marie-Kristin Schäfer / Gundula Schneider (Dido), Elif Aytekin (Belinda), Stefan Hagendorn (Aeneas), I Chiao Shih (Zauberin), Ingo Wagner / Lothar Helm (1. Seemann / Geist), Katja Bördner (1. Hexe / 2. Frau) und Manuela Herrgesell / Babett Dörste (2. Hexe)

 

Mark-Anthony Turnage

Zweimal durchs Herz (Twice Through The Heart)

Dramatische Szene, Text von Jackie Kay

In deutscher Sprache

Mit: Dorothea Geipel (Frau)

 

Musikalische Leitung: GMD Markus Huber| Inszenierung: Bettina Lell | Bühne und Kostüme: Sibylle Schmalbrock Dramaturgie: Martina Schlögl

 

Chor und Mitglieder des Extrachores des Theaters Pforzheim

Badische Philharmonie Pforzheim

 

Weitere Vorstellungen am Dienstag, 11. Mai, 20 Uhr, Samstag, 15. Mai, 19.30 Uhr, Donnerstag, 20. Mai, 20 Uhr, Freitag, 4. Juni, 20 Uhr, Dienstag, 15. Juni, 20 Uhr, Mittwoch, 30. Juni, 20 Uhr, Dienstag, 6. Juli, 20 Uhr und Freitag, 16. Juli, 20 Uhr, jeweils im Großen Haus

 

Karten für den Operndoppelabend "Dido und Aeneas" / "Twice Through the Heart" kosten zwischen 13,20 Euro (ermäßigt 6,85 Euro) und 28 Euro (ermäßigt 14,25 Euro) und sind an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter 07231/392440, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und im Internet auf www.theater-pforzheim.de erhältlich. Eine Einführungsmatinee mit Regisseurin Bettina Lell und Dirigent Markus Huber findet am Sonntag, 2. Mai um 11 Uhr im Foyer statt.

 

Vorstellungstermine:

Dienstag, 11. Mai, 20.00 Uhr

Samstag, 15. Mai, 19.30 Uhr

Donnerstag, 20. Mai, 20.00 Uhr

Freitag, 04. Juni, 20.00 Uhr

Dienstag, 15. Juni, 20.00 Uhr

Mittwoch, 30. Juni, 20.00 Uhr

Dienstag, 06. Juli, 20.00 Uhr

Freitag, 16. Juli, 20.00 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 21 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑