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DREI SCHWESTERN von Anton Tschechow im Stadttheater Giessen

Premiere: 15. Februar 2008 | 19.30 Uhr | Großes Haus

 

Seit elf Jahren leben die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina gemeinsam mit ihrem Bruder Andrej in der trostlosen und unkultivierten russischen Provinz. Jeden Tag träumen sie davon, eines Tages nach Moskau, die Stadt ihrer Kindertage, zurückkehren zu können.

Alle drei Schwestern versuchen – jede auf ihre Weise – ihrer ungeliebten und ungelebten Gegen¬wart zu entkommen, sei es durch Arbeit, Heirat oder Träumen. Alle Hoffnung richten sie auf eine ruhmvolle Gelehrtenlaufbahn Andrejs. Doch der, eher noch unentschiedener und kraftloser als seine Schwestern, begnügt sich mit einer Beamtenkarriere in der Kleinstadt und flüchtet sich in die Ehe mit Natascha, die die voll und ganz dem rückständigem Milieu der Provinz verhaftet ist und schnell die Herrschaft im Haus übernimmt. Obendrein bedroht Andrejs fatale Spielerleidenschaft die Existenz der ganzen Familie...

 

DREI SCHWESTERN ist ein melancholisches und doch ironisch-komisches Panorama, das von der unaufhörlichen Jagd der Menschen nach dem Glück und ihrer Unfähigkeit, die eigenen Träume und Sehnsüchte in die Realität umzusetzen, erzählt. Anton Tschechow entwirft das Bild einer Gesell¬schaft, die an ihrem eigenen Selbstbild zerbricht. Niemandem geht es wirklich schlecht, alle Figuren leben in relativem Wohlstand – und doch macht sich unter ihnen eine Unzufriedenheit und Leere breit. Jeder von ihnen träumt von einem besseren Leben, ob durch eine erfüllende Arbeit, wahre Liebe oder auch nur durch einen einfachen Ortswechsel, aber niemand kann mit seiner Geschichte und seiner Gegenwart so umgehen, dass er seine Zukunft gestalten könnte. Und so geschieht es, dass jeder von ihnen die Gelegenheit, sein Leben zu ändern versäumt.

 

In Gießen kommt das Schauspiel in der Regie von Thomas Goritzki auf die Bühne. Er untersucht, nicht nur, inwieweit der stete Drang des sich immer wegsehnenden Menschen ihn daran hindert, das Hier und Jetzt zu gestalten, sondern auch, welche Wirkung der innere Zustand auf die äußere Situation des Individuums hat.

 

Inszenierung: Thomas Goritzki

Bühne und Kostüme: Monika Gora

 

Mit: Kyra Lippler, Irina Ries, Petra Soltau, Barbara Stollhans, Carolin Weber; Christian Fries, Heinz Kersten, Roman Kurtz, Johannes Lang, Karsten Morschett, Harald Pfeiffer, Markus Rührer, Gunnar Seidel

 

Weitere Vorstellungen: 22. Februar; 01., 09. (15 Uhr), 15. März; 10. April;

3. und 11. Mai 2008

 

Einführungsmatinee 'vorgestellt’: 10. Februar 2008, 11.00 Uhr

 

 

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