Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Eisenerz-Protokolle im Schauspielhaus GrazEisenerz-Protokolle im Schauspielhaus GrazEisenerz-Protokolle im...

Eisenerz-Protokolle im Schauspielhaus Graz

BASIEREND AUF DEN RECHERCHEN VON FRANZ BUCHRIESER

Premiere am 5. Februar 2006 um 20.00 Uhr, Redoutensaal

In den „Eisenerz-Protokollen“ wird ein tragisches und bitteres Kapitel österreichischer bzw. steirischer Vergangenheit aufgerollt: Es sind Ereignisse aus dem letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, die an einem außergewöhnlichen Theaterabend aufgezeigt werden.

Im April 1946 fand im Schwurgerichtssaal des Grazer Landesgerichtes der erste Eisenerz-Prozess statt. Es war das erste und größte, aber auch spektakulärste Kriegsverbrecherverfahren in der britisch besetzten Steiermark. Angeklagt waren 18 Männer, die ein Jahr vorher, kurz vor Ende des Krieges, an einer Massenerschießung von 200 Juden und Jüdinnen teilnahmen, diese

mitverantworteten und sich so auf verschiedene Art mit schuldig machten. Während eines Transportes von 7000 jüdischen Menschen von Ungarn über Bruck/Mur nach Mauthausen ereignete sich auf der Passhöhe des Präbichls dieses unvorstellbare Massaker.

Basierend auf den Gerichtsakten und Protokollen dieses Prozesses kommen Richter, Kläger, Verteidiger, Opfer und Täter zu Wort, die Anklagen der einen genauso wie die Rechtfertigungsversuche der anderen. Unausgesprochen taucht hinter den Aussagen der Täter jedoch immer wieder die Frage auf, wie es zu diesen Gewalttaten kommen konnte, wie ganz normale Menschen, Kriegsversehrte, Daheimgebliebene, zu Massenmörder werden konnten.

„Eisenerz-Protokolle“ ist kein Theaterabend im üblichen Sinne. Das Theater wird zur Plattform, auf der sich die Schauspieler mit einem der sensibelsten Themen der österreichischen Geschichte auseinandersetzen: „Wir nähern uns mit sechs Schauspielern den Tätern und Opfern dieses unbegreiflichen Massakers. Es geht uns darum, transparent zu machen, wie erschreckend

schnell, aus einem ‚normalen Menschen’ ein Mörder werden kann. Wie dünn und brüchig dieser Kulturboden ist, auf dem wir sicher zu stehen glauben.“

(Marcus Mislin und Deborah Epstein)

Tickets

T 0316 8000, F 0316 8008-1565

E tickets@theater-graz.com I www.theater-graz.com

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑