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Festival Theaterformen 2009: Auftakt schon ab 18. Mai

Das Festival Theaterformen ist zurück in Hannover: Vom 10. bis 21. Juni präsentiert es unter der neuen Leitung von Anja Dirks Produktionen von internationalen und deutschen Theatermachern ersten Ranges. Ab dem 18. Mai gibt es einen ersten Vorgeschmack auf das Festival.

 

2009 und 2010 kann das Festival Theaterformen gleich zweimal hintereinander seine inzwischen eindrucksvolle Geschichte feiern: 2009 mit der 10. Ausgabe des Festivals in Hannover, 2010 mit dem 20jährigen Gründungsjubiläum in Braunschweig. Das Festival ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Staatstheater Braunschweig und Hannover und wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Städte Braunschweig und Hannover, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Stiftung Niedersachsen unterstützt.

 

Das Festival Theaterformen präsentiert die Formenvielfalt der zeitgenössischen Theaterkunst. Gespielt wird dabei nicht nur auf den Bühnen des Schauspielhauses und der Ballhöfe, sondern auch an ungewöhnlichen Orten in der Stadt. Vorab gibt es im Kino im Künstlerhaus in der Sophienstraße vier Filme von Wassili Schukschin. Die Erzählungen des russischen Kultautors und Regisseurs der 1970er Jahre werden auch auf dem Festival in einer Inszenierung des bekannten lettischen Regisseurs Alvis Hermanis zu sehen sein.

 

Den Auftakt der Filmreihe am 18. Mai macht Euer Sohn und Bruder aus dem Jahr 1966, eine Geschichte um einen russischen Bauernsohn, der nach einer Gefängnisstrafe zurück in die Heimat kommt. Am 25. Mai läuft Seltsame Leute, ein Episodenfilm über große Momente im Leben kleiner Menschen. Am 2. und 8. Juni gibt es noch zwei Filme Schukschins aus den 1970er Jahren zu sehen. Zum einen das Roadmovie Reisebekanntschaften, in dem der sibirische Bauer Iwan eine abenteuerliche Eisenbahnfahrt bis ans Schwarze Meer unternimmt, und zum anderen sein wohl bekanntester Film Roter Holunder, eine Liebesgeschichte um den Dieb Jegor Prokudin, der im Gefängnis eine Brieffreundschaft mit einer Bäuerin beginnt und nach seiner Entlassung versucht, an Ihrer Seite ehrlich zu werden. Die Filme beginnen jeweils um 18.00 Uhr. Weiter Informationen unter: www.theaterformen.de und www.koki-hannover.de, Karten unter (0511) 168 45522

 

Theater der Nationen Moskau | Alvis Hermanis

Russland / Lettland

Рассказы Шукшина Schukschins Erzählungen

 

Schauspielhaus

18.6. um 19:00 Uhr

19.6. um 19:30 Uhr

2 h 50, eine Pause

in russischer Sprache mit deutscher Übersetzung

30,50€, 27€, 22€, 17,50€, 12,50€, ermäßigt 6€

 

Geschichten aus dem ländlichen Russland

Einfache Dörfler, Handwerker und Bauern sind die Helden in Schukschins Erzählungen. Sie sind aber eigentlich auch große Liebende, begeisterte Forscher oder geborene Künstler. Nur meist passen ihre Lebensumstände nicht zu diesen Talenten, und eben das macht den vom lettischen Regisseur Alvis Hermanis inszenierten Theaterabend so außerordentlich komisch und so unendlich traurig. In riesigen Portraitfotos sind die sibirischen Alltagshelden im Bühnenbild präsent und das Ensemble erweckt sie mit hinreißender Spielfreude zum Leben: Den Landarbeiter, der seiner Frau ein feines Paar Stiefel kauft, doch sie erweisen sich als zu klein, das Mädchen, das ihre Verlobung löst und mit einem geht, mit dem sie nur einmal gesprochen hat, und all die anderen Stjopkas, Bronkas, Klaras und Ignatis. Schukschins Erzählungen ist ein Gipfeltreffen osteuropäischer Künstler: Wassili Schukschin gehörte bis zu seinem frühen Tod 1974 zu den führenden Regisseuren und Autoren der Sowjetunion. Alvis Hermanis ist für seine Arbeiten mit dem Neuen Theater Riga ebenso bekannt wie für seine vielfältigen Arbeiten an deutschsprachigen Schauspielhäusern. Und mit Chulpan Hamatowa und Jewgeni Mironow stehen zwei der größten Schauspielstars des heutigen Russland auf der Bühne.

 

Regie Alvis Hermanis Bühne Alvis Hermanis und Monika Pormale Fotos Monika Pormale Kostüme Viktoria Sewrjukowa Choreograph Nikolai Androsow Musik Pawel Akimkin Dramaturgie Roman Dolschanski Mit Chulpan Hamatowa, Jewgeni Mironow, Natalia Nosdrina, Julia Sveschakowa, Alexander Nowin, Alexander Grischin, Pavel Akimkin, Dmitri Schurawljow Koproduktion Wiener Festwochen, Theaterformen Hannover

 

Gefördert durch das Goethe-Institut

 

Wassili Makarowitsch Schukschin (russisch Василий Макарович Шукшин, * 25. Juli 1929 in Srostki, Sibirien, † 2. Oktober 1974 in Kletskaja in der Nähe von Wolgograd,) war ein russischer Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler. Schukschin war ein Vertreter der sogenannten „Sechziger“, einer künstlerischen Richtung der 1950er und 1960er Jahre des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion. Er schrieb mehrere Kurzgeschichten, war Regisseur einer Reihe von Filmen. In seinem Schaffen strebte er an, das Alltagsleben von einfachen Menschen vor allem im sowjetischen Dorf mit den verbundenen Schwierigkeiten zu schildern.

 

Schukschins Filme

 

Kino im Künstlerhaus, Kommunales Kino, Sophienstr. 2, 30159 Hannover

in deutscher Sprache

6€, ermäßigt 4€

Kinokasse geöffnet Mo-Fr 12:00 -18:00 Uhr und 1/2 Stunde vor Veranstaltungsbeginn,

Telefon (0511) 168 45522 www.koki-hannover.de

 

Montag, 18.5., 18.00

Euer Sohn und Bruder | WASCH SYN I BRAT

UdSSR, 1966

Ein Bauernsohn, wegen einer Schlägerei zur Gefängnisstrafe verurteilt, kommt überraschend in sein Heimatdorf zurück. Spontan feiert die Familie seine Heimkehr, doch noch während des Festes wird der junge Mann wieder von der Polizei abgeholt.

 

Montag 25.5., 18.00

Seltsame Leute | STRANNYE LJUDI

UdSSR, 1969

Auf der Grundlage der drei Erzählungen „Bruder“,„Mille pardon Madame!“ und „Grübelei“ zeichnet der Film ein Kaleidoskop von Episoden und großer Momente aus dem Leben kleiner Leute.

 

Dienstag, 2.6., 18.00

Reisebekanntschaften | PETSCHKI LAWOTSCHKI

UdSSR, 1972/73

Roadmovie über den sibirischen Bauern Iwan auf einer Eisenbahnfahrt ans Schwarze Meer – eine bizarre Odyssee durch ein Universum seltsamer Leute.

 

Montag 8.6., 18.00

Roter Holunder | KALINA KRASSNAJA

UdSSR, 1974

Der Dieb Jegor Prokudin beginnt im Gefängnis eine Brieffreundschaft mit der Bäuerin Ljuba und versucht nach der Entlassung an ihrer Seite ehrlich zu werden. Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los...

 

 

 

 

 

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