Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Frau Müller muss weg" von Lutz Hübner - Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin"Frau Müller muss weg" von Lutz Hübner - Mecklenburgisches Staatstheater..."Frau Müller muss weg"...

"Frau Müller muss weg" von Lutz Hübner - Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

Premiere am Samstag, den 27. Oktober 2012 um 19.30 Uhr im E-Werk. -----

Der Countdown läuft. Wer schafft es auf‘s Gymnasium? Diese Frage beschäftigt die besorgten Eltern, die sich mit der Klassenleiterin Frau Müller verabredet haben. Längst sind die Prinzipien der Leistungsgesellschaft auch in den Schul- und Familienalltag gesickert.

Alle Alternativen zum Abitur sind in der Wahrnehmung vieler Eltern die pure Katastrophe. Für sie bedeutet das anstehende Übergangszeugnis mehr als eine Weichenstellung in der Schulkarriere der Kleinen, es steht für Zukunft, Glück, Erfolg. Und für einige Kinder sieht es nicht rosig aus. Also hat man die Klassenlehrerin um einen Termin gebeten. Nun sitzen fünf entschlossene Erwachsene zwischen Kastanienmännchen und Laubgirlanden im Klassenzimmer bereit, dem Feind ins Auge zu sehen.

 

Für sie ist klar, wer Schuld an der Misere trägt. Dass das Problem nicht bei den Schülern zu suchen ist, davon ist jeder der Anwesenden überzeugt. Jedes ihrer Kinder ist eine besondere kleine Persönlichkeit, die es in jedem Fall auf das Gymnasium schaffen würde, wenn nicht ihre Klassenlehrerin Frau Müller ausgerechnet in diesem wichtigen Jahr mit der Klassenleitung absolut überfordert wäre. Ihre Kinder sind Individualisten, die ab und an spezieller Förderung bedürfen, die jedoch keineswegs faul, unkonzentriert oder schlicht mathematisch unbegabt sind. Die Front steht. Frau Müller muss weg!

 

Genau beobachtete und recherchierte Wirklichkeit, Konflikte und Figuren so zugespitzt, dass beides durchschaubar wird bis zum Klischee, eine Geschichte mit so überraschenden Wendungen, dass die Klischees sich selbst auflösen und das Individuelle dahinter sichtbar wird. Das Ganze verpackt in eine Komödie, und alles abgearbeitet an einem aktuellen Thema. Lutz Hübner ist mit dieser Arbeitsweise eines der erfolgreichsten Stücke der letzten Jahre gelungen, für welches sich Theaterkritik und Theaterpublikum gleichermaßen begeistern.

 

Mitarbeit: Sarah Nemitz

 

Inszenierung: Beate Rothmann,

Bühne und Kostüme: Holger Syrbe

 

Mit: Brit Claudia Dehler, Katrin Heller, Sonja Isemer, Anja Werner; Özgür Platte, Kai Windhövel

 

Nächste Vorstellungen: am 28. Oktober um 18.00 Uhr sowie am 1. und 16. November 2012 jeweils um 19.30 Uhr im E-Werk

 

Kartentelefon: 0385 / 5300 – 123; kasse@theater-schwerin.de

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑