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"Fräulein Julie" von August Strindberg, THEATER BIEL SOLOTHURN

Premiere Solothurn:22. September 2012, 19:00 Uhr, Stadttheater

Premiere Biel: Mittwoch, 3. Oktober 2012, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----

 

In Abwesenheit Ihres Herrn feiert das Gesinde auf dem gräflichen Herrschaftssitz ausgelassen die Mittsommernacht. Fräulein Julie, die stolze Tochter des Grafen, fordert den Diener Jean zum Tanz auf.

 

Jean ist selbstgefällig, ehrgeizig und hat hochfliegende Pläne für seine Zukunft. Aufreizend frech und spielerisch verführend kokettiert Julie mit ihm. Zuerst noch widerstrebend, dann aber immer bereitwilliger erwidert Jean ihre Annäherungsversuche und die beiden verbringen eine rauschende Liebesnacht in Jeans Zimmer. Der kurzen Lust aber folgt rasche Ernüchterung und nun sind die Rollen vertauscht: Jean ist der gefallenen Adligen nun überlegen, denn eine Liaison zwischen Herrin und Diener im gräflichen Haus ist unmöglich und muss geheim gehalten werden. Die beiden versuchen die Situation unter Kontrolle zu bringen: Fluchtpläne werden geschmiedet und wieder verworfen. Die aufgeladene Stimmung eskaliert und Julie wird für Jean langsam zum Problem…

 

„Ich habe meine Figuren schwankender und zerrissener, als eine Mischung aus Altem und Neuem, geschaffen, da sie als moderne Charaktere in einer Übergangszeit leben, die rascher und hysterischer ist als die vorausgegangene“ schreibt Strindberg in seinem programmatischen Vorwort über das Stück. Diese bizarre Liebesgeschichte um Freiheit und Sexualität, Macht und Ohnmacht wurde 1889 in Kopenhagen uraufgeführt, in einer Zeit als in Europa gesellschaftliche Umbrüche begannen. Doch Strindberg siedelt seine Figuren „ausserhalb der Parteikämpfe des Tages“ an, wie der schreibt. Denn er erzählt eine Geschichte von sozialem Aufstieg und Niedergang, vom Besser oder Schlechter unter Menschen, vom Machtkampf zwischen Mann und Frau – eine Geschichte also, die ihre Aktualität nicht verliert.

 

Zum 100. Todestag August Strindbergs bringt ein junges Ensemble in der Regie von Regisseurin Deborah Epstein diesen Klassiker der skandinavischen Literatur auf die Bühne des Theaters Biel Solothurn. Die erfahrene Regisseurin Epstein bewies bei „Fünf Mal Gott“, dass sie junge Darsteller zu Höchstleistungen führen kann. Sie lässt ihren Darstellern in Strindbergs Trauerspiel Raum für spielerisch-jugendliche Leichtigkeit; eine Leichtigkeit die zum Schluss jedoch tödlicher Ernst wird.

 

Inszenierung Deborah Epstein

Bühne und Kostüme Vazul Matusz

Dramaturgie: Adrian Flückiger

 

Mit

Fräulein Julie Miriam Strübel

Jean Matthias Britschgi

Kristin Paula Schrötter

 

Vorstellungsdaten

 

Solothurn

MI 26|09|12 19:30

FR 12|10|12 19:30

DO 18|10|12 19:30

SA 10|11|12 19:00

DI 11|12|12 19:30

 

Biel

DI 09|10|12 19:30

FR 19|10|12 19:30

SA 03|11|12 19:00

 

 

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