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Fritz Kater, "Sterne über Mansfeld", Theater Magdeburg

Premiere So., 8. 02. 2009, schauspielhaus/studio

 

Das Mansfelder Land ist unsicherer Grund. Unzählige Stollen aus Jahrhunderten Kupferbergbau durchqueren den Boden. Die Stollen sind still gelegt, die Arbeit ruht – schon lange.

Ein neuer Pastor aus dem Westen kommt in die einstige Hochburg der Protestanten, um die gottverlassene Gemeinde neu zu missionieren. Aber die Menschen hier lassen sich nicht so einfach bekehren. Benjamin, der Rentner im Rollstuhl, hält trotzig an seiner DDR-Vergangenheit und seinem überdimensionalen Stalinbild fest. Betty, die Altenpflegerin, ist bemüht, ihrem Mann Tomas den Pragmatismus der Neuen Zeit beizubringen. Tomas erstickt in Schulden und plant, eine Go-Kart-Bahn mit Motocross zu eröffnen, aber eigentlich träumt er davon, wieder Rockmusiker zu sein, wie vor der Wende. Seine Tochter Janica sehnt sich danach, weit weg, Kunst zu studieren. Ihrem Onkel Christian will sie vorher noch zu einer Frau verhelfen; bislang tröstet sich der Polizist durch Muskelaufbau über die fehlende Liebe hinweg und sammelt das Licht der Sterne über Mansfeld. Isabell, die Frau auf der Suche nach Liebe, begegnet dem Pastor und stirbt. Der Pastor verschwindet. Er hinterlässt eine Welt in Einsturzgefahr. Fritz Katers Stück erzählt liebevoll und unsentimental von Menschen, die in ihrer Heimat ortlos geworden sind, und die vor der großen Aufgabe stehen, sich neu zu orientieren.

 

Fritz Kater erhielt für seine Stücke zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2008 und den Dramatikerpreis 2003 der jährlich stattfindenden Mülheimer Theatertage. 2003 wurde er bei der Kritikerumfrage von »Theater heute« zum »Autor des Jahres« gewählt.

 

Regie Sascha Hawemann Bühne Alexander Wolf Kostüme Lina-Antje Gühne

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