Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Frühlings Erwachen" - nach Frank Wedekind - theater.oberhausen "Frühlings Erwachen" - nach Frank Wedekind - theater.oberhausen "Frühlings Erwachen" -...

"Frühlings Erwachen" - nach Frank Wedekind - theater.oberhausen

Premiere 9. März 2012 um 19.30 Uhr im Haus der Jugend, John Lennon Platz. -----

Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Karsten Dahlem inszeniert Frühlings Erwachen an einem besonderen Ort und mit einer starken Idee. Er verwebt Frank Wedekinds Text mit zeitgenössischen Texten Oberhausener Jugendlicher.

Wendla ist vierzehn, ihre Mutter findet, sie zieht sich zu aufreizend an. Auf die Frage : „warum“, reagiert die Mutter ausweichend. Moritz ist ein Schulversager, obwohl er Tag und Nacht büffelt, sind seine Noten so schlecht, dass er Angst hat, von der Schule zu fliegen. Melchior könnte der Beste in der Klasse sein, doch sein aufmüpfiges Betragen passt den Lehrern nicht. Die Ausgangs-situation von Frank Wedekinds erstem großen Bühnenerfolg "Frühlingserwachen" aus dem Jahr 1890 läßt sich ohne Weiteres auf heutige Jugendliche übertragen. Doch Wedekind beschreibt auch die sexuellen Nöte der drei: Wendla wird von Melchior ungewollt schwanger, ihre Mutter zwingt sie zu einer Abtreibung, bei der Wendla stirbt. Moritz kann, statt zu lernen, irgendwann nur noch an Sex denken und bringt sich um. Melchior fühlt sich für den Tod der beiden verantwortlich und steht ebenfalls kurz vor dem Selbstmord.

 

Pubertät, erste Liebe und der Umgang mit Sexualität verlaufen meist krisenhaft. Für heutige Jugendliche kommt der Spagat zwischen der eigenen Entwicklung und der Allgegenwart von Sex in den Medien hinzu. Besonders junge Menschen mit Migrationshinter-grund, die oft in divergierenden Wertesystemen groß werden, haben es schwer einen selbstbestimmten Zugang zu ihrer Sexualität zu entwickeln. Wie läßt sich etwa eine streng religiöse Erziehung mit der freien Verfügbarkeit von Sex und der Omnipräsenz sexueller Bilder in Einklang bringen?

 

Karsten Dahlem ist Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Seine Kinder- und Jugendinszenierungen wurden vielfach ausgezeichnet, so erhielt er 2010 den österreichischen Theaterpreis für die beste Kinder und Jugendinszenierung. Nach einer Recherchephase mit Oberhausener Jugendlichen wird Karsten Dahlem eine eigene Bearbeitung von Wedekinds "Frühlingserwachen" erarbeiten.

 

„Das Stück Frühlings Erwachen ist von 1891, seit dem hat sich der gesellschaftliche Umgang mit Sexualität verändert. Ich glaube, dass die Verunsicherung der Jugendlichen, der Übertritt vom Kind-Sein in die Erwachsenenwelt bis heute krisenhaft ist. Das äußere Umfeld hat sich radikal gewandelt und gaukelt zügellose Freiheit vor, aber der Kern des Problems bleibt. In den Räumen der Jugendkunstschule riecht es förmlich nach Pubertät. Wir wollten mit unserer Inszenierung da sein, wo auch die Jugendlichen sind.“ Karsten Dahlem

 

Regie: Karsten Dahlem

Bühne und Kostüme: Inga Timm

Musik: Gregor Praml

Dramaturgie: Simone Kranz

 

Mit: Nora Buzalka, Manja Kuhl, Anna Polke, Elisabeth Wolle / Marek Jera, Sergej Lubic, Eike Weinreich

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑