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Georg Friedrich Händel - „Il trionfo del Tempo e del Disin­ganno“ - Deuschlandpremiere an der Staatsoper im Schiller Theater Berlin

15. Januar 2012, 18 Uhr. -----

Der Auftakt zu einem Barock-Schwerpunkt an der Staatsoper im Schiller Theater. HÄNDELS erstes Oratorium, 1707 in Rom geschrieben und aufge­führt, ist zu­gleich eines seiner schönsten, voll von inspirierter Musik, mit virtuosen Arien und vielen an­rühren­den Momenten.

Was geschieht eigentlich, wenn die Schönheit (Bellezza) zwischen die Fronten des Vergnügens (Piacere) auf der einen Seite und der Zeit (Tempo) und der Erkenntnis (Disinganno) auf der anderen gerät? Sie muss sich zwischen ihnen entscheiden. Sie ist Einflüsterungen ausgesetzt, die verschiedener kaum sein könnten. Während Piacere versucht, Bellezza zu einem sorglosen Leben in unvergänglicher Jugend und glanzvoller Pracht zu verführen, haben Tempo und Disinganno statt des Hier und Heute nichts weniger als die Ewigkeit im Blick. Um Tod und Verfall zu entgehen, müsse die Schönheit einen Weg suchen, der sie zur Einsicht führt. In den »Spiegel der Wahrheit« zu sehen, anstelle falscher Verlockungen, die das leichtfertige Vergnügen bietet, nachzugeben – darin allein bestehen Ziel und Sinn des Lebens.

 

Vier allegorische Figuren führen einen Disput miteinander, an dessen Ende Tempo und Disinganno triumphieren, während das Vergnügen den Kürzeren zieht. Ein Stück über Schönheit und Vergänglichkeit, über die wirklich großen Dinge. Mit »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« gelang dem jungen Georg Friedrich Händel ein hinreißendes Werk. Sein erstes Oratorium, 1707 in Rom geschrieben und aufgeführt, ist zugleich eines seiner schönsten, voll von inspirierter und inspirierender Musik, mit virtuosen Arien und vielen anrührenden Momenten. Der »italienische Händel« von seiner besten Seite – dass er schon frühzeitig in ganz Europa berühmt wurde, ist angesichts dieser Musik nur zu verständlich. Jürgen Flimms Inszenierung, die bereits in Zürich und Madrid gefeiert wurde, ist nun auch im Schiller Theater zu erleben.

 

Jürgen Flimms Inszenierung, die bereits an den Opernhäusern in Zürich und Madrid gefeiert wurde, ist nun auch als Deutsch­land­premiere im Schiller Theater zu erleben. Es spielt das Original­klangensemble Les Musiciens du Louvre Grenoble zum ersten Mal unter der musika­lischen Leitung von Marc Minkowski, einem der profiliertesten Interpreten der Alten Musik. Es singen und spielen mit Sylvia Schwartz (Bellezza), Inga Kalna (Piacere), Delphine Galou (Disinganno) und Charles Workman (Tempo) vier erst­klassige Solisten.

 

Musikalische Leitung

Marc Minkowski

Inszenierung

Jürgen Flimm

zusammen mit

Gudrun Hartmann

Bühnenbild

Erich Wonder

Kostüme

Florence von Gerkan

Choreographie

Catharina Lühr

Licht

Martin Gebhardt

Dramaturgie

Ronny Dietrich

Detlef Giese

 

Bellezza

Sylvia Schwartz

Disinganno

Delphine Galou

Tempo

Charles Workman

Piacere

Inga Kalna

 

Flankierend zu dieser Premiere werden Marc Minkowski und Les Musiciens du Louvre Grenoble am 20. und 22. Januar zwei Konzerte mit weiteren Meister­werken des jungen Händel geben - drei klangprächtige Suiten aus der in London komponierten Wassermusik sowie eine Motette, eine Psalmvertonung und eine Ouvertüre aus der Zeit seines Aufenthaltes in Italien. Die virtuosen Vokalparts über­nimmt die junge russische Sopranistin Julia Lezhneva, die gerade in der Opernwelt zur „Nach­wuchssängerin des Jahres“ gewählt wurde.

 

Am 26. Januar findet als konzertante Aufführung die Premiere der Oper „Montezuma“ von Carl Heinrich Graun statt. Gezeigt wird das 1755 an der Berliner Hofoper uraufgeführte Werk in einer besonderen Fassung mit erzählenden Texten anstelle der Secco-Rezitative – Sprecher ist der Schauspieler Klaus Schreiber. Es spielt die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Michael Hofstetter. Es singen neben dem Staatsopernchor u.a. Vesselina Kasarova (Monte­zuma), Anna Prohaska (Eupaforice), Pavol Breslik (Tezeuco), Michael Maniaci (Cortes), Florian Hoffmann (Pilpatoè) und Adriane Queiroz (Erissena). Eine zweite Vorstellung folgt am 28. Januar.

 

Den Abschluss der „Barocktage“ bildet am 5. Februar in der Reihe „Preußens Hofmusik“ ein Konzert mit Kammerorchester und –chor im Roten Rathaus mit Werken von wiederum Graun sowie Johann Sebastian Bach, Johann Friedrich Reichardt und Johann Abraham Peter Schulz.

 

weitere Aufführungen am 18., 21., 24., 27. und 29. Januar.

 

Tickets sowie weitere Informationen unter Tel. 030 20354-555 und www.staatsoper-berlin.de

 

 

 

 

 

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