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Gilbert & Sullivans DIE PIRATEN VON PENZANCE, Staatstheater am Gärtnerplatz in München

Premiere am 15.05.2009, 19.30 Uhr

 

Der Untertitel Der Sklave der Pflicht verrät bereits, welche tugendhafte Eigenschaft den Figuren in der aberwitzigen Konstellation dieses Werkes immer wieder im Wege steht, die letztlich nur einer simplen Buchstabenverwechslung zu verdanken ist:

An der Küste Cornwalls hat die Kinderfrau Ruth ihren Schützling Frederic versehentlich anstatt in eine „private Lehre“ in eine „Piratenlehre“ gesteckt. 13 Jahre lang hat Frederic seinen Auftrag seitdem pflichtergeben erfüllt. Am Ende seiner Ausbildung jedoch möchte er aus demselben Pflichtgefühl seine ehemaligen Ausbilder am liebsten ausrotten und das trotz deren eigenem ausgeprägten Ehrenkodex: Niemals an Schwächeren oder Waisen vergreifen. Als plötzlich die Töchterschar des Generalmajors Stanley auftaucht, entspinnt sich eine irrwitzige Geschichte, die mit beißender Satire die Prüderie und Doppelmoral der viktorianischen Gesellschaft mit ihrem Militärstolz aufs Korn nimmt.

 

Die Operettenpremiere der Spielzeit 2008/09 am 15. Mai bringt mit der Münchner Erstaufführung von Gilbert & Sullivans Piraten von Penzance hierzulande selten gehörtes auf die Gärtnerplatz-Bühne. Dabei wurde die erste Operette aus der Feder des Autorenduos, Mikado, bereits ein Jahr nach deren Uraufführung 1886 als Gastspiel einer Savoy-Company hier aufgeführt. Professionell dürfen die 13 Stücke, die Gilbert & Sullivan von 1875 bis 1889 für die D’Oyle Carte Company geschaffen haben erst seit 1962 außerhalb ihres Entstehungshauses in London aufgeführt werden. Für hiesige Operettenliebhaber zunächst ungewohnt, nehmen die „Savoy Operas“ auf typisch englische Weise eigentümliche menschliche Verhaltensweisen unter die Lupe.

 

Schier unerschöpflich scheinen die szenischen und musikalischen Einfälle, mit denen Gilbert & Sullivan diesen Plot auskosten. Für Holger Seitz, der sich am Gärtnerplatztheater als Leiter der Kinder- und Jugendarbeit in den vergangenen beiden Jahren mit seiner theaterpädagogischen Arbeit, seiner Kinderoperninszenierung Der Mann im Mond und der künstlerischen Arbeit mit Jugendlichen (Footloose) einen Namen gemacht hat, eine willkommene Gelegenheit, sich in seinem eigentlichen Fach als Regisseur mit großem Gespür für feine Nuancen zu verwirklichen. Als britischer Landsmann verhilft Anthony Bramall dem selten gehörten musikalischen Erlebnis zur nötigen Authentizität. Bramall war bis vor kurzem GMD des Badischen Staatstheaters Karlsruhe und hält nun eine Professur für Dirigieren mit Schwerpunkt Musiktheater an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

 

Unter den Solisten des Gärtnerplatzensembles sind in der Premiere Robert Sellier als Frederic, Rita Kapfhammer als Ruth und Holger Ohlmann in der Rolle des Piratenkönigs zu erleben. Gemeinsam mit dem Chor, der hier große Aufgaben übernimmt, dürfen sie in dieser dankbaren Vorlage ihre ganze Spielfreude auf die Bühne zu bringen.

 

Operette von William Schwenck Gilbert & Arthur Sullivan

Deutsch von Inge Greiffenhagen und Bettina von Leoprechting

 

Musikalische Leitung: Anthony Bramall, Inszenierung: Holger Seitz

Bühne: Herbert Buckmiller, Kostüme: Götz Lanzelot Fischer

 

Premierenbesetzung

Generalmajor Stanley Gunter Sonneson

Piratenkönig Holger Ohlmann

Samuel Florian Soyka

Frederic Robert Sellier

Ruth Rita Kapfhammer

Mabel Thérèse Wincent

Sergeant der Polizei Martin Hausberg

Edith Frances Lucey

Kate Sonja Leutwyler

Isabel Ulrike Dostal

 

Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

 

Termine: 19./27. Mai; 1.*/4./14./25. Juni; 9./12.*/15. Juli 2009

 

Die Premiere wird von Deutschlandradio Kultur aufgezeichnet und dort am 20. Juni in der Reihe Oper aus deutschen Ländern ausgestrahlt.

 

 

 

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