HomeBeiträge
Giuseppe Verdis „Ein Maskenball – Un ballo in maschera“ im Theater BremenGiuseppe Verdis „Ein Maskenball – Un ballo in maschera“ im Theater BremenGiuseppe Verdis „Ein...

Giuseppe Verdis „Ein Maskenball – Un ballo in maschera“ im Theater Bremen

Premiere am 21. Oktober 2018 um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Beschwingt kommen die Verschwörer daher. Sie wollen dem König ans Leben. Der, ein eigentlich ganz sympathischer und – soweit es seiner Position möglich ist – aufgeklärter Monarch, nimmt die Bedrohung nicht ernst – und läuft durch seine unbeherrschte Liebelei schließlich doch ins Messer … Giuseppe Verdi griff für seine Oper auf Eugène Scribes „Gustave III. ou Le Bal masqué“ zurück, das auf einer wahren Begebenheit beruht: König Gustav von Schweden, seines Zeichens Freund der Wissenschaft und Künste, wurde 1792 auf einem Maskenball im Stockholmer Opernhaus erschossen. Scribe garnierte diesen Plot für sein Drama mit einer amourösen Dreiecksgeschichte: König liebt Frau seines besten Freundes.

 

 

 

 

 

 

„Ein Maskenball – Un ballo in maschera“ ist mit seinen großen Ensembles, den profunden Arien und dem Wechsel zwischen beschwingten und tief-dramatischen Tönen eines der musikalisch interessantesten Werke von Verdi. Hier am Theater Bremen begehen gleich alle drei Sänger*innen in den Hauptpartien ihr Rollendebüt: Patricia Andress als Amelia, Luis Olivares Sandoval als Gustavo III. und Birger Radde als Renato.

Regisseur Michale Talke, in Bremen bestens bekannt durch seine Inszenierungen z.B. von „Rigoletto“ oder „Barbier von Sevilla“, geht es im Bühnenbild wie der Inszenierung um das Thema Verstellung, Verkleidung, Fassade. „Gustavo tarnt seine Leidenschaft für die falsche Frau, die falsche Frau verbirgt ihre Liebe vor ihrem Ehemann, der Ehemann versteckt seine Rachegelüste. Selbst die Musik verkleidet sich und verbirgt die menschliche Tragödie hinter operettenhaft beschwingten Klangreiz. Und dann gibt es noch einen Maskenball. Hier sind aus einigen Verschwörern, die Rache an ihrem König nehmen wollen, auf einmal viele geworden, aus dem Nichts ist ein Schwarm entstanden, aus vielen Individuen ein Körper – fähig zu Exzessen von Gewalt und Panik, Enthusiasmus oder Grausamkeit. Und auch dieses Entstehen einer klammheimlich entstehenden Massenbewegung ist Thema der Inszenierung“,  erläutert Brigitte Heusinger, Leitende Dramaturgin im Musiktheater den Zugang des Regisseurs Michael Talke.

Die Musikalische Leitung hat der in Venedig geborene Marco Comin. Er studierte in seiner Heimatstadt am Conservatorio di Musica „Benedetto Marcello“ Klavier und Komposition sowie Geschichte an der Università Ca' Foscari und absolvierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin ein Dirigierstudium bei Hans-Dieter Baum und Christian Ehwald. Nach Engagements als Zweiter Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater in Weimar und als Erster Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel, war er Chefdirigent des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Von 2016 - 2018 arbeitete Comin u.a. auch an der Staatsoper Stuttgart  und der Oper Graz. Am Theater Bremen wird er in der Spielzeit 2018/19 bei Verdis „Ein Maskenball“ debütieren und auch zum ersten Mal mit den Bremer Philharmonikern zusammenarbeiten.

Ein Maskenball – Un ballo in mascheraOper in drei Akten von Giuseppe Verdi, Text von Antonio Somma nach dem Drama „Gustave III. ou Le Bal masqué“ von Eugène Scribe; Uraufführung: 17. Februar 1859, Teatro Apollo, Rom

Musikalische Leitung:                     Marco Comin
Regie:                                                Michael Talke
Bühne:                                              Barbara Steiner
Kostüme:                                           Regine Standfuss
Chor:                                                Alice Meregaglia
Dramaturgie:                                    Brigitte Heusinger

Mit:                                                   
Patricia Andress, Romina Boscolo, Sungkuk Chang, Stephen Clark, Iryna Dziashko, Birger Radde, Daniel Ratchev, Luis Olivares Sandoval, Zoltan Stefko, Dongfang Xie. Chor und Extrachor des Theater Bremen.

Es spielen die Bremer Philharmoniker.

Bild: Giuseppe Verdi

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale Tanzszene erheblich beeinflussten, wartet der b40-Ballettabend an der Deutschen…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in eine graue Wolldecke gehüllt. So beginnt Raimund Hoghes Stück "Lettere amoroso".…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie hat sich in Schale geworfen, trägt nette 50er Jahre Sommerkleidung. Nur Hermann…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und bewegt sich ganz langsam wie in Zeitlupe vorwärts. Nach und nach kommen weitere…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑