Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Glückliche Tage" von Samuel Beckett im Theater Kiel"Glückliche Tage" von Samuel Beckett im Theater Kiel"Glückliche Tage" von...

"Glückliche Tage" von Samuel Beckett im Theater Kiel

10.06.07 / 19.30 Uhr / Studio Schauspielhaus Premiere.

 

„Wieder ein himmlischer Tag!“, sagt Winnie. Bis zur Brust steckt sie in einem Erdhügel, unter offenem Himmel der gleißenden Sonne ausgesetzt.

In ihrem Rücken – hinter dem Erdhügel – harrt ihr Partner Willie der Dinge, meistens Zeitung lesend, schweigend. Winnie dagegen spricht und zelebriert dabei ihre täglichen Rituale: Morgengebet, Zähne putzen, Schminken, Brille putzen. Sie liebt es, Geräusche zu machen, manchmal erlöst sie der Gesang. Oft gleitet sie beim Sprechen in Erinnerungen und Träume ab, überwindet so ihre Hilflosigkeit: „Keine Besserung, keine Verschlimmerung, keine Veränderung“ konstatiert sie. Selbst als schließlich nur noch ihr Kopf aus dem Hügel herausschaut, bleibt Winnie optimistisch: „Naja, was tut `s, das sage ich immer, es wird ein glücklicher Tag gewesen sein, trotz allem, wieder ein glücklicher Tag.“

 

In Samuel Becketts Werk, das 1969 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, findet die Absurdität des 20. Jahrhunderts ihren Ausdruck. GLÜCKLICHE TAGE ist eines seiner meistgespieltesten und erfolgreichsten Stücke: eine apokalyptische Zustandsbeschreibung, ein tragikomisches Bild für die menschlichen Existenz als Grenzsituation zwischen Leben und Tod.

 

Regie: Diana Simeoni, Ausstattung: Eveline Havertz & Christine Hielscher, Bühnenmusik: Ture Rückwardt

Almuth Schmidt (Winnie), Olaf Salmon (Willie)

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 7 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑