Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Hannah & Hanna" von John Retallack in deutschsprachiger Erstaufführung"Hannah & Hanna" von John Retallack in deutschsprachiger Erstaufführung"Hannah & Hanna" von...

"Hannah & Hanna" von John Retallack in deutschsprachiger Erstaufführung

Premiere im Schauspielhaus Neubrandenburg am Freitag 1.2.08 um 10 Uhr

 

In der englischen Küstenstadt Margate treffen zwei junge Frauen aufeinander, die zunächst kaum mehr als der gemeinsame Vorname verbindet.

Beide sind sechzehn und lieben Musik, sie singen und tanzen gern – das lässt sich sicher von der Mehrzahl aller jungen Frauen sagen. Doch ihre Schicksale sind grundverschieden.

 

Hannah, die junge Engländerin, hat die Schule abgebrochen, lebt bei ihrer Großmutter und jobbt bei Aldi an der Kasse.

Hanna ist gerade aus dem Kosovo geflohen, in einem Lkw verborgen, sah, wie der Bus, mit dem ihre gefährliche Reise begann, ausbrannte. Damit sie sich besser eingewöhnen kann, hat ihre Mutter sie in Margate umgetauft, denn wie Hanna treffend bemerkt: “Mein echter Name ist Xhevahira. Aber das kann hier keiner aussprechen.”

 

Hannah begegnet Hanna feindlich, denn sie fühlt sich von der Fremden bedrängt und sagt dies auch ganz offen: “Du bist Albanerin, das ist ein Fremdwort, und das bedeutet Abschaum …”

Hanna lässt aber nicht locker, sie sucht weiter den Kontakt zu Hannah, da diese jedoch auf ihrem schlichten auf Unterscheidung beruhendem Weltbild festhält, scheint die Konfrontation als der einzig mögliche Umgang beider Hanna(h)s vorprogrammiert.

 

Erst als Hannahs Freund Hannas Bruder brutal zusammenschlägt, gerät Hannahs Haltung ins Wanken – sie und Hanna werden Freundinnen. Doch kein Happy End, nirgends: Hannas Mutter hat beschlossen, in den Kosovo zurückzukehren, für sie ist das Experiment “England” gescheitert...

 

Für das 2001 in London aufgeführte Drama erhielt John Retallack im selben Jahr den Preis des Network for Social Change in London, es war als bestes Jugendstück nominiert für den TMS Award. Übersetzt ins Hebräische, Schwedische, Portugiesische, Italienische, Holländische und Französische ist es nun erstmals auf Deutsch zu erleben – in Neubrandenburg.

 

Besetzung:

Inszenierung : Thomas Roth

Ausstattung : Nadira Nasser

 

Es spielen:

Anne Kies

Juliane Freistedt

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑