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Hessisches Staatstheater Wiesbaden: "Endspiel" von Samuel Beckett

Premiere Freitag, 13. Dezember 2013 I 19.30 Uhr I Studio. -----

Irgendwo im Nirgendwo leben vier Menschen in einem Raum, einander bedingungslos ausgeliefert. Ohne einander können sie nicht existieren, denn Hamm ist blind und gelähmt und auf seinen steifbeinigen Diener Clov angewiesen.

Clov wiederum braucht Hamm, denn der verwaltet das Essen, und Essen gibt es nur noch hier, draußen herrscht das blanke Nichts. Beide sind verantwortlich für Hamms Eltern, von denen man nicht weiß, wieviel von ihren Körpern noch übrig ist. Ihre Herberge sind zwei Mülltonnen, die sie nicht mehr verlassen können. Eine klaustrophobische Situation entsteht, der beste Nährboden für die verzweifelte Komik, die das Werk Samuel Becketts auszeichnet. Und wie in vielen seiner Stücke stellt er auch hier die existenzphilosophische Frage nach einem sinnvollen Leben angesichts des sicheren Endes.

 

Samuel Beckett (geboren 1906 in Dublin) gilt als einer der innovativsten und einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts. 1969 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, da war er bereits 63 Jahre alt. Erst die Uraufführung seines Dramas Warten auf Godot im Jahr 1953 in Paris verschaffte ihm, nach vielen Jahren einsamen Schreibens, bleibende Anerkennung als Schriftsteller und Dramatiker. Zu seinen großen Erfolgen zählen die Theaterstücke Glückliche Tage, Endspiel und Das letzte Band sowie die Romane Mercier und Camier, Molloy und Malone.

 

Der Enge und Armut seiner irischen Heimat entfloh Beckett früh, er reiste viel und ließ sich schließlich in Paris nieder. Bis 1953 schrieb er in englischer Sprache, dann wechselte er ins Französische. Wie er sind auch seine Figuren oft unbehaust, ihre Umgebung ist undefiniert und karg, wie Eremiten haben sie sich in Erdhügel oder Mülltonnen zurückgezogen, um auf Erlösung zu warten und über ihr unerfülltes Dasein zu philosophieren. Sie sind liebenswert in ihrer Einfachheit und Verschrobenheit und beeindruckend in der Klarheit ihrer Gedanken. Becketts Figuren sind wie hochbegabte Kinder; aus der ihnen eigenen Diskrepanz zwischen Reife und Erkenntnis erwächst ein unerschöpfliches Potential absurder Komik.

 

Der Schauspieler Rainer Kühn, dem selbst immer ein Hauch Beckett anhaftet, inszeniert das Endspiel.

Rainer Kühn war bereits in Freiburg, Kassel und Bonn Mitglied des Schauspiel-Ensembles unter der Intendanz von Manfred Beilharz. Er spielte u.a. auch am Schauspiel Frankfurt, Theater Basel und am Maxim Gorki Theater Berlin. Am Staatstheater Wiesbaden war er zunächst regelmäßiger Gast, seit 2010/2011 ist Rainer Kühn festes Ensemblemitglied. Zurzeit ist er zum Beispiel als Woyzeck in der Büchner-Inszenierung von Manfred Beilharz und als Faust in den Inszenierungen von Faust I und Faust II von Tilman Gersch zu sehen. In den Kammerspielen Wiesbaden inszenierte Rainer Kühn zuletzt das Stück Pas de Deux von John Birke.

 

Deutsch von Elmar Tophoven

 

Inszenierung und Bühne Rainer Kühn I Kostüme Sabrina Leichle I Dramaturgie Barbara Wendland, Anika Bárdos

 

Mit: Martin Müller (Hamm), Benjamin Kiesewetter (Clov)

 

 

Weitere Vorstellungen: 15., 20. und 27. Dezember, jeweils 19.30 Uhr im Studio

 

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