Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach - Sommeroper im Passionsspielhaus Selzach„Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach - Sommeroper im...„Hoffmanns Erzählungen“...

„Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach - Sommeroper im Passionsspielhaus Selzach

Premiere 2. August, 19.00 Uhr, Vorstellungen bis bis 18. August 2012. -----

Die Rahmenhandlung spielt in einem Weinkeller, in dem der Dichter Hoffmann den Gästen, vor allem Studenten mit ihren Freundinnen, gerne seine tollen Liebesabenteuer erzählt. Drei Geschichten um drei Frauen, die verschiedene Sehnsüchte des Dichters repräsentieren. Von der willenlosen Olympia, der schönen Giulietta und der sensiblen Antonia. Am Schluss ist Hoffmann, wie so oft, betrunken und allein – wäre da nicht die Muse ...

 

Jacques Offenbach war für seine musikalisch reichen Operetten voll hemmungsloser Einfälle und bitterer Satire ebenso geliebt wie gefürchtet. Sein lebenslanger grosser Wunsch war jedoch, sich den Status als ernstzunehmender Komponist der grossen Oper wie etwa sein Zeitgenosse Richard Wagner zu erobern.

 

Für seine einzige Oper wählte der Komponist das ewige Thema der Liebe: Er sieht die Frau als vom Mann begehrtes aber letztlich unerreichbares Wesen. Die Fantasien über die Frau sind den Erzählungen des deutschen Dichters E.T.A. Hoffmann (1776-1822) entnommen.

 

Die Oper zeigt die schmerzhaft-ernüchternden Begegnungen des Titelhelden mit einer seelenlosen Puppe in einem physikalischen Kabinett, einer berechnenden Kurtisane in der lasziven Atmosphäre eines venezianischen Palazzo und einer sensiblen Künstlerin in einem bürgerlichen Interieur.

 

Hoffmann erzählt die drei Liebesabenteuer unter den Augen der Muse, die ihrerseits Ansprüche auf den Dichter erhebt. Sie, die drei Angebeteten und sein ebenfalls dreifacher männlicher Konkurrent zeichnen ein psychologisches Abbild der Wunsch- und Albträume beider Geschlechter.

 

Die Oper enthält schwelgerisch-schöne Musik und zahlreiche berühmt gewordene Melodien, etwa das Lied vom Klein-Zack im Vorspiel, das Lied der Olympia – das zweimal unterbrochen wird, weil die Puppe wieder aufgezogen werden muss – oder die Barcarole im Giulietta-Akt. Auch deshalb ist das Werk heute neben Bizets „Carmen“ die beliebteste und meistgespielte französische Oper.

 

Das vollständig aus Holz gebaute Passionsspielhaus im Solothurnischen Selzach wird wieder zur Opernbühne. „Hoffmanns Erzählungen“ kommt als Neuproduktion zur Premiere, die insgesamt zwölfmal gespielt wird. Das Werk wird, wie immer bei der Sommeroper, in einer eigenen ‚Selzacher Fassung’ gespielt: Gesungen wird auf Deutsch, die Rezitative sind gesprochene Dialoge. Das entspricht übrigens auch der Intention von Offenbach, der die Oper für die Uraufführung mit gesprochenen Dialogen konzipierte. In der Selzacher Inszenierung wird das Stück zudem ausschliesslich mit den Personen des Vorspiels gespielt, also den Freunden von Hoffmann und deren Freundinnen. Diese schlüpfen dann von Akt zu Akt in die verschiedenen Rollen aus den Erzählungen und lassen sie so lebendig werden.

 

Phantastische Oper von Jacques Offenbach

Libretto von Jules Barbier

Nach dem Drama von Jules Barbier und Michel Carré

Uraufführung 1881 in Paris

Adaptierte Fassung für Selzach

In deutscher Sprache

 

Musikalische Leitung Bruno Leuschner

Inszenierung Thomas Dietrich

Ausstattung Oskar Fluri

Beleuchtung Sigi Salke

Chorleitung Valentin Vassilev

Dramaturgie Georgia Eilert

Produktionsleitung René Gehri

 

Hoffmann, ein Dichter Michael Gniffke / Raimund Wiederkehr

Muse / Nicola von Weissenstein, eine Mäzenin Astrid-Frédérique Pfarrer

Lutter, der Wirt (Coppelius / Crespel) Nikolaus Meer

Nathanael, ein Student (Spalanzani / Schlemihl) Jan-Martin Mächler

Wilhelm, ein Student (Cochenille / Pitichinaccio / Franz) Adrian Kroneberger

Hermann, ein Student (Dapertutto / Mirakel) Michael Mrosek

Leonore, Wilhelms Freundin (Olympia / Antonia) Anne-Florence Marbot

Gretchen, Hermanns Freundin (Giulietta / Stimme der Mutter) Eveline Inès Bill

 

Orchester der Sommeroper Selzach

Chor und Statisterie der Sommeroper Selzach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑