Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Johannes Felsensteins letzte Inszenierung für das Anhaltische Theater Dessau: ELEKTRA von Richard StraussJohannes Felsensteins letzte Inszenierung für das Anhaltische Theater...Johannes Felsensteins...

Johannes Felsensteins letzte Inszenierung für das Anhaltische Theater Dessau: ELEKTRA von Richard Strauss

Premiere: Samstag, 9. Mai, 19.30 Uhr

 

„Elektra“ ist die erste Frucht einer jahrzehntelangen künstlerischen Zusammenarbeit zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, die zu einer der erfolgreichsten der Operngeschichte werden sollte.

Den Atridenmythos nach Sophokles’ ursprünglichem Drama verwandelte der Dichter in eine inszenierte archaische Antike, die von den Hysteriestudien Sigmund Freuds beeinflusst ist. Hierzu komponierte Strauss eine musikalische Psychoanalyse, die in ihrer brutalen Gewalt einem Abschied von der Romantik gleichkam.

 

Rache ist süß. Strauss treibt dieses Gefühl im Klangrausch in die Extreme. In der Tonwelt der Elektra ist Strauss nach eigener Aussage „bis an die Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen“. Der Orchesterapparat ist auf das Äußerste erweitert, im tönenden Schwelgen wie in der aggressiven Expressivität des orgiastisch gesteigerten Orchesterklanges erreicht Strauss zudem eine Symbiose des Dionysischen und Apollinischen – den gegensätzlichen menschlichen Charakterzügen aus Friedrich Nietzsches Schrift „Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik“. In der Ekstase der Elektra werden diese Grundpole ausgelotet – und das im latenten Walzertakt. In ihrem Ende versinkt Elektra in einem Ozean von Tönen: schweigend und tanzend.

 

Inszenierung: Johannes Felsenstein

 

Ausstattung: Stefan Rieckhoff

Anhaltisches Theater Dessau, Großes Haus

 

Insgesamt nur 5 Aufführungen

Premiere: Samstag, 9. Mai, 19.30 Uhr

Sonntag, 17. Mai, 17.00 Uhr

Samstag, 23. Mai, 19.00 Uhr

Freitag, 29. Mai, 19.30 Uhr

Samstag, 27. Juni, 17.00 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 7 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑