Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Kleists „Penthesilea“ im Schauspielhaus BochumKleists „Penthesilea“ im Schauspielhaus BochumKleists „Penthesilea“ im...

Kleists „Penthesilea“ im Schauspielhaus Bochum

Premiere 16. Februar 2007, 19.30 Uhr, Kammerspiele.

 

Penthesilea, die stolze und schöne Amazonenkönigin, tötet bestialisch Achill, den sie zwar brennend liebt, aber nach den Gesetzen ihres eigenen Staates gar nicht lieben darf.

 

Dieses unfassbare und zentrale Ereignis des Stücks, das nur unzulänglich mit der heillosen Widersprüchlichkeit der extremen Gefühle von Liebe und Hass erklärbar ist, bildet die Nahtstelle einer von scharfen Paradoxien, Zerrissenheiten und wilden Affekten bestimmten Geschichte. Deren Protagonistinnen, Amazonen, haben sich in den Trojanischen Krieg gestürzt. Ihr Gesetz fordert von ihnen, männliche Gefangene zu nehmen, um den Nachwuchs zu besorgen.

Penthesilea ist auf den Peliden Achill aus, den sie im Kampf stellen will. Es kommt zu einem verhängnisvollen Gesetzesbruch. In einer unüberschaubaren Schlacht, einem dramatischen Kaleidoskop wechselnder Kampfszenen, gewinnt Achill, lässt aber Penthesilea glauben, sie habe ihn besiegt. In einer gelösten Szene scheinbaren Glücks zweier Liebender entspannt sich die bisherige Dramatik. Abrupt entbrennt aufs Neue der Kampf, in den die beiden gezogen werden und der sie trennt. Penthesilea fordert Achill zum Zweikampf heraus. Um ihr die Möglichkeit zu geben, ihn zu besiegen – denn als Besiegten darf sie ihn lieben –, gibt er sich geschlagen. Penthesilea aber ist so rasend und blind geworden, dass sie ihn als vermeintlichen Feind tötet. Sie fällt in tiefe Depression, als sie erkennt, was sie angerichtet hat, und stirbt in erdrückenden Schuldgefühlen und qualvollen Schmerzen.


Regie Lisa Nielebock Bühne Kathrin Schlecht Kostüme Katherina Kopp

 

mit
 Sandra Gerling, Ulli Maier, Veronika Nickl, Lena Schwarz, Johanna Sembritzki, Louisa Stroux, Thomas Anzenhofer, Mark Oliver Bögel, Oliver Möller und Cornelius Schwalm

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑