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Kritikerumfrage-NRW 2007: Gewinner sind auch die kleinen Bühnen

Nachdem die Gewinner der Kritikerumfrage-Nordrhein-Westfalen 2007 im Theater-Magazin „theater pur“ ihre Nennung erlebt haben, stellt sich heraus, dass es auch Gewinner in der zweiten Reihe gibt. Wie Rückmeldungen in der Redaktion von „theater pur“ erkennen lassen, haben vor allem Freie Theater, die in der Kritikerumfrage genannt wurden, verbunden mit guten Rezensionen vor Ort, große Vorteile aus diesen Benennungen.

 

So wurde vor allem das Düsseldorfer Boulevard-TheaterKomödie“ genannt, das es durch die neue Leitung in nur wenigen Jahren geschafft hat von der Klamotte zum erstklassigen Boulevard zurückzukehren. Dank vor allem der regielichen Leistungen von Helmuth Fuschl. Auch konnte Manon Straché mit einer Einzelleistung als Schauspielerin überzeugen. Das „Theater Flingern“ in Düsseldorf überzeugte vor allem durch professionelle Leistungen. Die „Freie Bühne Düsseldorf“ konnte dank guter Kritiken vor Ort, verbunden mit der Nennung in der Kritikerumfrage sogar zusätzliche Gastspiele verkaufen. Und auch das „Forum Freies Theater“ in Düsseldorf zeigt unter der neuen Leitung wieder Flagge vor Ort.

 

Die Nennung „Missbrauch“ als wichtiges neues Stück, zeigt wie ambitioniert die Spielplangestaltung des „prinz regent theaters“ in Bochum ist. Die Nennung der Darsteller Udo Thies und Alexis Schwarzmann sprechen für die Klasse des Ensembles. Das gleiche Argument gilt für das „Consol Theater“ in Gelsenkirchen, welches schon etliche Preise erhalten hat und von vielen als das beste Kindertheater des Landes gehandelt wird. Der „Mondpalast“ in Wanne-Eickel hat sich als Volkstheater im Revier innerhalb nur weniger Jahre etabliert und zeigt, dass Volkstheater nicht gleich Klamotte sein muss, sondern durchaus Qualität zeigen kann.

 

Die Kölner Freie Szene schwebt ohnehin weit über den freien Theatern des Landes Nordrhein-Westfalens. Hier ist die Qualität der Produktion im allgemeinen schon sehr hoch. Trotzdem hat es hier noch herausragende Produktionen gegeben. Den dreifachen „Woyzeck“ am „Freien Werkstatt Theater“ und den „Kissenmann“ am „Artheater“.

 

Das Wolfgang Borchert Theater in Münster überzeugte in seiner ersten Spielzeit unter neuer Leitung und findet gleich Nennungen bei den Darstellern (Bernd Reheuser und Florian Bender), wie auch in der Ausstattung des „Freigeist“, was sicher für die Qualität des Hauses spricht.

 

Dass auch die „kleinen“ Bühnen auf der Klaviatur der Presse spielen können, bewiesen sie mit großen Artikeln, die sich auf die Kritikerumfrage stützten. So konnten sie in der örtliche Presse nochmals die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So geschehen in Köln, Düsseldorf und Münster Dies freut vor allem den Herausgeber von „theater pur“ Rolf Finkelmeier: „Genau dies ist seit Jahren unser Ziel. Natürlich interessiert uns wie die Kollegen die großen Bühnen Bewerten. Aber dadurch, dass wir drei Plätze in der Bewertung vergeben, gibt es ein differenzierteres Bild und kleinere Bühnen haben auch die Chance, mit guten Leistungen dem ein oder anderen Kollegen aufzufallen.“

 

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