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KRUSO nach dem gleichnamigen Roman von Lutz Seiler - Schauspiel Leipzig

Premiere 01. Oktober 2016, 19:30, Große Bühne. -----

Sommer 1989: Nach dem Tod seiner Freundin und dem Verschwinden seines Katers verlässt Edgar, Germanistikstudent aus Halle, sein bisheriges Leben mit einer Tasche in der Hand und Georg Trakl im Kopf. Sein unbestimmtes Ziel ist Hiddensee, die mythische Insel, ein für den normalen DDR-Bürger nahezu unerreichbarer Ort.

Ed gelingt es, im „Klausner“ als Abwäscher anzuheuern. Hier begegnet er Alexander Krusowitsch, genannt Kruso, der ihn in die Geheimnisse der Insel einweiht. Denn Hiddensee ist der Strand der Gestrandeten, jener Gestalten, die es nicht mehr im Arbeiter-und-Bauern-Staat hält und die all ihre Hoffnung auf eine gefährliche Flucht über das Meer richten. Edgar wird in ein System jenseits der Systeme eingeführt, eine anarchische Gemeinschaft im Schatten der Sicherheitszone. Unsichtbar für Tagestouristen und Armee, hat Kruso die Insel längst unterwandert. Seine Mission ist eine Freiheit jenseits der Systeme und Festländer, seine Utopie ist die Insel selbst als Ort außerhalb der Zeit. Der Wirklichkeit eines erstarrten Staates setzt er seine Gegenwirklichkeit aus erfundenen Ritualen gegenüber, der Geschichte seine Gegenmythologie. Ed, der mehr vor sich selbst geflohen ist als irgendwohin, wird für einen Sommer zum „Freitag“ für den „Robinson“ Kruso. Doch dann kommt der Herbst. Was groß war, erscheint lächerlich. Das kleine Glück wird wichtig. Und wer jetzt kein Haus hat, gehört den Fluten.

 

Lutz Seiler ist mit „Kruso“ ein großer Roman über die letzten Tage der DDR gelungen, der mit seinem Inselbild eine geräumige Metapher für das Verschwinden schafft. Seiler fängt die Widersprüchlichkeit der Mauer als Gefängnis und gleichzeitig Schutz ein — weniger vor irgendwelchen Feinden als vielmehr für eine andere Zeitrechnung. Für „Kruso“ erhielt Lutz Seiler den Deutschen Buchpreis 2014.

 

Armin Petras hat sich in vielen Arbeiten mit biographischen Umbrüchen, die mit dem Verschwinden einer Idee einhergehen, beschäftigt. „Kruso“ ist dafür eine gute Vorlage, weil das Buch von der Möglichkeit und Unmöglichkeit einer Gruppe erzählt; Geschichte als Geschichten von Menschen, deren Weg nie geradlinig ist. Seilers Roman birgt eine Menge solcher Geschichtsstücke: Konflikte zwischen Alltag, Körpern und Ideologien. Theater eben.

 

KRUSO

 

Nach dem gleichnamigen Roman von Lutz Seiler

Für die Bühne bearbeitet von Armin Petras und Ludwig Haugk

 

Regie: Armin Petras

Bühne: Olaf Altmann

Kostüme: Patricia Talacko

Choreographie: Denis Kuhnert

Musik: Johannes Cotta

Dramaturgie: Clara Probst, Ludwig Haugk

Licht: Jörn Langkabel

 

Alina-Katharin Heipe, als C., Chor der Schiffbrüchigen

Ellen Hellwig, als Monika / Inselärztin

David Hörning, als Chor der Schiffbrüchigen

Andreas Keller, als Koch-Mike / Rebhuhn

Jonas Koch, als Soldat, Chor der Schiffbrüchigen

Dirk Lange, als Rimbaud / Rommstedt

Ferdinand Lehmann, als Soldat, Chor der Schiffbrüchigen

Markus Lerch, als René / Fuchs

Elias Popp, als Chor der Schiffbrüchigen

Anja Schneider, als Kruso

Nina Siewert, als G., Chor der Schiffbrüchigen

Florian Steffens, als Ed

Berndt Stübner, als Krombach / General

 

So,

02. Oktober 19:30 Große Bühne

Sa,

29. Oktober 19:30 Große Bühne

So,

30. Oktober 16:00 Große Bühne

Sa,

19. November 19:30 Große Bühne

So,

20. November 16:00 Große Bühne

Do,

01. Dezember 19:30 Große Bühne

Fr,

02. Dezember 19:30 Große Bühne

 

 

 

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