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Kulturstiftung des Bundes fördert 14 neue Kooperationen im Theaterfonds Doppelpass

Juli 2013: Die Doppelpass-Jury hat 14 neue Projekte aus 9 Bundesländern ausgewählt, die mit insgesamt 2 Mio. Euro gefördert werden. Damit erhielten im Fonds Doppelpass bislang 31 Theaterpartnerschaften Fördergelder in Höhe von 4,5 Mio. Euro.

 

Mit dem 2011 aufgelegten Fonds Doppelpass möchte die Kulturstiftung des Bundes gezielt Kooperationen zwischen freien Gruppen und festen Tanz- und Theaterhäusern unterstützen und sie zum Erproben neuer Formen der Zusammenarbeit und künstlerischer Produktion anregen.

 

Das Kernstück des Fonds Doppelpass bildet ein zweijähriges Residenzprogramm, das Künstlerinnen und Künstlern beider Seiten den nötigen Freiraum eröffnen soll, ihre Strukturen und Arbeitsweisen künstlerisch produktiv zu verbinden. Die Partnerschaften werden über einem Zeitraum von zwei Spielzeiten realisiert und mit jeweils bis zu 150.000 Euro gefördert. Zusätzlich unterstützt der Fonds Gastspiele aus den geförderten Partnerschaften, um zu ermöglichen, dass ausgewählte Ergebnisse der Zusammenarbeit auch an weiteren Orten innerhalb Deutschlands und im Ausland gezeigt werden.

 

Fonds Doppelpass –Die geförderten Kooperationen:

 

Unter dem Titel Wunder Opus 5 möchten das LOFFT Leipzig und die Berliner Gruppe Oper Dynamo West die Musikstadt Leipzig um experimentelles zeitgenössisches Musiktheater bereichern. In kleinen, ortsspezifischen Projekten sollen Laien in Zusammenarbeit mit professionellen Komponisten eigene Werke erarbeiten, zum Abschuss ist eine große Inszenierung im LOFFT vorgesehen.

 

Gob Squad aus Berlin wird sich mit einem Roboter auf eine performative Erkundungstour durch die Komische Oper Berlin begeben. Hier soll die Maschine sämtliche dem Genre Oper eigenen Mittel der Zurschaustellung und Evozierung von Emotionen kennenlernen. Dieser Prozess mündet in die Bühnenproduktion My square Lady, in der der Roboter das Gelernte unter Beweis stellen muss.

 

Die Göttinger werkgruppe2 und das Staatstheater Braunschweig untersuchen spezifische Formen migrantischen Lebens in Braunschweig mit dem Fokus auf Bruchstellen zwischen Abschiebepraxis und gewünschter Zuwanderung. Im Zentrum des Projekts Fliehkräfte stehen zwei dokumentarische Inszenierungen: Die erste nimmt die Situation osteuropäischer Pflegekräfte hier und in der Heimat in den Blick, die zweite stellt die Schicksale von Flüchtlingen und ausländischen Forschern vor Ort in Braunschweig gegenüber.

 

Das Ende einer Ära ist der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit zwischen der Hamburger costa compagnie und dem Theater Heidelberg: Nach 70jähriger Besatzungszeit verlassen die rund 8.000 in Heidelberg stationierten US-Soldaten und ihre Familien die Stadt. Unter dem Titel Conversion soll mittels Performances, Installationen und Theaterabenden in den verlassenen Kasernen und im Theater die Besatzungszeit sowie heutige Formen von Besatzung untersucht werden.

 

Unter dem Motto Die Produktion von unwahrscheinlichen Produktionen möchten die geheimagentur aus Hamburg und das Theater Oberhausen Zukunft wieder als offenen Prozess erscheinen lassen, der kollektiv gestaltet werden kann. Im Wettbüro können Oberhausener Bürgerinnen und Bürger auf konkrete zukünftige Ereignisse setzen. Factory beschäftigt sich mit dem Thema Arbeit und der Zukunft von Produktionsprozessen. Das abschließende Lecture-Musical reflektiert die Bedingungen kultureller Produktion heute und in Zukunft.

 

Die Berliner Truppe Monster Truck und das Theater Rampe in Stuttgart möchten unter dem Titel Wagen den Begriff der Bewegung in seiner Mehrdeutigkeit untersuchen und aus der Symbiose zwischen festem Haus und freier Gruppe ein mobiles Theater erfinden. Mit Hilfe eines Theater-Gefährts soll die Stadtgesellschaft erforscht, beteiligt und im Idealfall zurück ins Theater gebracht werden.

 

Im Rahmen des Projekts PathosParadies beschäftigen sich das O-Team aus Berlin und das Pathos München mit der Frage, was von der Schwabinger Bohème und den 68er-Kollektiven in der bayerischen Hauptstadt noch übrig ist. Wie leben und überleben hier die freien Künstler heute? Geplant sind umfangreiche Recherchen und Interventionen im Stadtraum sowie eine Adapation von Kafkas Amerika.

 

Erinnerung und Empathie sind die beiden Themen, die im Mittelpunkt der Zusammenarbeit der Berliner Tanzkompanie Constanza Macras/Dorkypark und dem Europäischen Zentrum der Künste in Dresden Hellerau stehen. Mit den Mitteln des Tanzes wird danach gefragt, wie die virtuelle Welt mit ihren scheinbar unendlichen Möglichkeiten die Art und Weise beeinflusst, wie wir Sinnzusammenhänge in der Realität wahrnehmen und produzieren.

 

Das Berliner Kollektiv She She Pop und das Staatsschauspiel Stuttgart wollen Brechts Lehrstück-Theorie als theoretisches Werkzeug nutzen, um nach neuen Möglichkeiten kollektiver Zusammenarbeit sowie nach neuen Positionen eines politischen Theaters zu suchen. In einem offenen Prozess inszenieren She She Pop, das Ensemble und die Mitarbeiter des Theaters sowie das Stuttgarter Publikum utopische Kommunikationssituationen – in Workshops, szenischen Installationen und Aufführungen.

 

Gemeinsam mit dem Theater Handgemenge aus Neubrandenburg will sich das Theater Vorpommern in Greifswald mit dem Themenkomplex „Identität, Profil, Verantwortung“ beschäftigen. Unter dem Motto Gemeinsam ein Profil erspielen werden sich die Partner mit den identitätsstiftenden Figuren der Region auseinandersetzen: Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge.

 

Unter dem Titel Verboten! wird sich das Kollektiv Showcase Beat Le Mot aus Berlin in Zusammenarbeit mit dem Neuen Theater Halle (Saale) mit Verboten im Theater und deren Aushebelung auseinandersetzen. Geplant sind Themenwochenenden, eine dreistöckige Mytserienbühne als eine stetig wachsende, bespielbare Installation, eine zwölfteilige Serie namens Sternstunden der Weltherrschaft sowie eine abschließende Lange Nacht.

 

Die Kooperation zwischen der Gießener Gruppe SKART und Kampnagel in Hamburg hat den Anspruch, ergebnisoffen und prozessorientiert gemeinsam mit Hamburger Schülern ein Kinder- und Jugendtheaterprofil auf Kampnagel aufzubauen. Geplant sind ein hierarchiefrei mit allen Beteiligten und jenseits einer Sparten-Struktur erarbeitetes Workshop-Programm, ein Kongress und zwei Produktionen.

 

Die Berliner Gruppe Conflict Zone Arts Asylum will das ehemalige Studio des Maxim Gorki Theaters Berlin zum Darkroom umgestalten: Geplant ist eine zweijährige Residenz für politische Kunst, die sich als internationale Austauschplattform versteht für Diskussionen und Schaffensprozesse angesichts globaler Krisen sowie politischer und religiöser Tendenzen, die direkte Auswirkungen auf künstlerisch Freiheit haben.

 

Das Berliner Jo Fabian Department will gemeinsam mit dem Dock 11 Berlin zwei Projekte realisieren: Polka Dot Channel ist als einjährige ständige Installation gedacht: Hier werden einzelne Folgen der Soap Opera gedreht, die später als fortlaufende Serie ins Internet gestellt wird. In der zweiten Phase steht die Beschäftigung mit dem Gebrauchswert und der Funktionalität der Illusionsmaschine Richard Wagner im Zentrum.

 

 

 

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