Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen: ZUSAMMEN! nach dem gleichnamigen Film von Lukas MoodysonLandestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen: ZUSAMMEN! nach dem...Landestheater...

Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen: ZUSAMMEN! nach dem gleichnamigen Film von Lukas Moodyson

Premiere 7. Dezember um 20 Uhr, großer Saal. -----

Alltag in der Kommune ZUSAMMEN!. Sehr zum Unbehagen der Nachbarschaft sind hier keine klaren Vater-Mutter-Kind Strukturen zu erkennen. Eher scheint es wechselnde Partnerschaften, homosexuelle Singles und Kinder, die sich schlecht zuordnen lassen, zu geben.

Und es wird außergewöhnlich intensiv und lautstark gefeiert und gestritten. Mitten in diese herzhaften Debatten um nicht eingehaltene Abwaschpläne, Eigenanbau und politische Überzeugungen platzt Görans Schwester mit ihren Kindern. Sie bittet um vorübergehendes Asyl, weil ihr Mann sie geschlagen hat – und wird aufgenommen. Fasziniert von völlig anderen Lebensentwürfen scheint sie schneller gewillt, ganz neu anzufangen, als ihren Kindern lieb ist. Und so verfolgen Stefan und Eva misstrauisch und mit wachem Verstand, wie die Erwachsenen mit ihren Vorstellungen vom selbst bestimmten Leben ohne Lügen experimentieren.

 

Lukas Moodysson untersucht in ZUSAMMEN! mit wundervoller Tragikomik, wie Menschen auf engstem Raum darum ringen, sich als Individuen weiterzuentwickeln und trotzdem als Kollektiv zu funktionieren. Und er lenkt unseren Blick auf die nächste Generation, die Kinder, die mit so unterschiedlichen Persönlichkeiten ihren eigenen Umgang finden müssen. Denn die Suche nach Strukturen, mithilfe derer der einzelne ein verantwortliches Leben jenseits von Konsumterror und Selbstverleugnung führen kann, ohne aussteigen zu müssen, ist noch lange nicht beendet.

 

Der Schriftsteller und Filmregisseur Lukas Moodysson wurde 1969 in Malmö geboren. Bereits mit seinem ersten Langfilm gelang ihm der Durchbruch: „Raus aus Amal“ machte ihn 1998 weltweit bekannt. ZUSAMMEN!, sein zweiter Spielfilm, erhielt 2000 zahlreiche Preise, ebenso wie alle seine weiteren Filme, „Lilja 4-ever“ (2002), „Container“ (2006) und „Mammut“ (2009).

 

Die Band „Los Banditos“ hält ebenfalls Einzug in die Gemeinschaft und bereichert mit ihrem Live-Soundtrack das Kommunenleben.

 

Inszenierung: Maria Viktoria Linke

Bühne und Kostüm: Heike Mirbach

Dramaturgie: Jenke Nordalm

Musikalische Leitung: Ulf Steinhauer

Regieassistenz: Bibiana Picado Mendes

 

Musiker: Ulf Steinhauer, Steffen Graef und Sven Klette

 

Schauspieler:

Nadia Migdal

David Liske

Benjamin Janssen

Gotthard Sinn

Steffen Riekers

Jessica Higgins

Maik Rogge

Karlheinz Schmitt

Raúl Semmler

Lotte Ohm

Valerie Oberhof

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑