Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Manfred Karge im BERLINER ENSEMBLEManfred Karge im BERLINER ENSEMBLEManfred Karge im...

Manfred Karge im BERLINER ENSEMBLE

1. und 2. März 2008

 

An seinem 70. Geburtstag spielt Manfred Karge am Samstag, 1. März Igor Strawinskys Geschichte vom Soldaten und Wynton Marsalis Des Teufels Geiger im BE (Beginn 19.30 Uhr).

Der Brandenburger Manfred Karge begann seine Theaterarbeit 1961 am Berliner Ensemble, wohin ihn Helene Weigel von der Schauspielschule geholt hatte. Dort entstehen mit Matthias Langhoff, mit dem er viele Jahre zusammenarbeiten wird, erste Brecht-Abende und Inszenierungen. 1968 geht Karge als Schauspieler und Regisseur an die Volksbühne zu Benno Besson, arbeitet unter anderem mit Heiner Müller zusammen – legendär Karge/Langhoffs RÄUBER-Inszenierung aus dem Jahr 1971. Karge/Langhoffs Arbeiten geben dem DDR-Theater wichtige aesthetische und kritische Impulse.

 

Er wechselt in den „Westen“, Gastinszenierungen führen ihn nach Hamburg, Zürich, Paris, Tokio, Helsinki, Köln, Bremen, Weimar, Genf (dort inszeniert er zur Zeit Brechts GALILEI). In der Direktion von Claus Peymann ist er von 1979-1986 am Schauspielhaus Bochum engagiert. Er arbeitet dort als Schauspieler (Lieber Georg, Marie.Woyzeck), Regisseur (Der Kirschgarten, Medea Material, Die Mutter) und schreibt erste Theaterstücke, zum Beispiel Jacke wie Hose für Lore Brunner, ein Stück das auf der ganzen Welt gespielt wird.

 

Mit Claus Peymann geht er ans Burgtheater Wien, inszeniert dort Brecht und eigene Stücke (LIEBER NIEMBSCH über Nikolaus Lenau und MAUERSTÜCKE, eine theatralische Reaktion auf den Fall der Mauer). 1993 kehrt Karge nach Berlin zurück, wird Professor für Regie an der Ernst-Busch-Schule. Seit 1999 ist Manfred Karge wieder am BE, wo er Brecht und Fleißer inszeniert, den „Mauler“ in Peymanns Inszenierung der Heiligen Johanna der Schlachthöfe spielte. Am Beginn dieser Spielzeit hatte sein neuestes Stück (mit ihm in der Titelrolle) FAUSTUS – SPIEL ZU DRITT am BE Premiere, eine subtile Quintessenz seiner langen Beschäftigung mit dem Faust-Stoff.

 

Es sind zwei musikalische Werke, die sich auf originelle Weise zugleich ergänzen und kontrastieren. Auf Strawinskys musikalisches Märchen aus dem Jahr 1917/18 schrieb der bekannte amerikanische Jazztrompeter und Komponist Wynton Marsalis eine Paraphrase, zu der Manfred Karge unter dem Titel Des Teufels Geiger einen neuen Text geschrieben hat, der das märchenhafte Sujet der Geschichte vom Soldaten in ein heutiges Milieu versetzt. Karge und die sieben Musiker des Wiener Merlin Ensembles erzählen spielerisch, musikalisch zwei Versionen dieses Märchens.

 

Am Sonntag, 2. März lesen Manfred Karge und Hermann Beil auf der Probebühne KILLERFISCHE. In Manfred Karges Groteske sind zwei Männer aus Deutschland irgendwo im südöstlichen Ausland zum Kuraufenthalt. Während sie auf die Anwendungen, auf Schlammkur, Bad und Massage warten erleben der Lateinlehrer und der Geschäftsmann ein ungewöhnliches Ereignis. (Beginn 20.00 Uhr)

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑