Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Männer Frauen Arbeit" von Oliver Kluck im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin"Männer Frauen Arbeit" von Oliver Kluck im Mecklenburgischen Staatstheater..."Männer Frauen Arbeit"...

"Männer Frauen Arbeit" von Oliver Kluck im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin

Premiere am Freitag, den 18. Oktober 2013 um 19.30 Uhr im E-Werk. -----

Die Geschichte eines Mannes, der von seinem Staat schlecht behandelt wird, sich von ihm verlassen fühlt wie von einer Frau. Hat er eine Wahl hat und die Kraft für einen Neuanfang?

Angesichts der Widerstände in Syrien, in Tunesien, Istanbul und Stuttgart, die aufflammen, wenn man sie gerade erstickt glaubt, die einschlafen, wo sie am wirkmächtigsten scheinen, stellt sich die Inszenierung von „Männer Frauen Arbeit“ der Frage: Wird Revolution von Menschen gar nicht gemacht, sondern gelegentlich einfach nicht verhindert? Keiner muss sich die Hände schmutzig machen. Ist ein Blutbad nur die Tarnung für das teilnahmslose Abwarten? Wer nicht die Kraft hat, sich zu wehren, wird der getragen von der Welle der Gewalt bzw. viel poetischer von Wellen der Gewaltlosigkeit? Oder gleicht die Verlockung, ein neues Weib zu erobern, um sich wieder nur satt zu sehen, dem Übermut, mit dem man einen neuen Staat erobert und irgendwann trotzdem abschreibt?

 

Klucks Figuren sprechen selten bloß für sich. Sie stehen oft wie ein Sinnbild, stellvertretend für andere. „Männer Frauen Arbeit“ kann so neben Szenen der jüngsten, friedlichen deutschen Revolution alle möglichen und unmöglichen Staatsbankrotterklärungen bzw. Machtübernahmen spiegeln und wird der Ausgangspunkt für ein widersprüchliches und zu Widerspruch anregendes Schauspiel um Selbstbehauptung oder Verweigerung.

 

Prinzip Gonzo (Robert Hartmann & David Czesienski) inszenieren den zeitgenössischen Theatertext „Männer Frauen Arbeit“ des preisgekrönten Autors Oliver Kluck im E-Werk und knüpfen damit an ihre erfolgreiche Schweriner Produktion von „Illusionen“ in der vergangenen Spielzeit an, mit der sie zum Kaltstartfestival in Hamburg eingeladen wurden. Die Inszenierung von „Männer Frauen Arbeit“ wird das erste Nachspiel des Textes nach seiner aufregenden Uraufführung am Hamburger Schauspielhaus sein. Sie bietet dem Schweriner Publikum die Möglichkeit, den, in der Lesereihe „Aufgelesen!“ bereits vorgestellten und begeistert diskutierten, Autor endlich auf der Bühne zu erleben.

 

Inszenierung, Bühne, Kostüme: Prinzip Gonzo (Robert Hartmann & David Czesienski)

 

Mit: Brit Claudia Dehler, Lucie Teisingerova, Jochen Fahr, Christoph Götz, Amadeus Köhli, Sebastian Reusse

 

Nächste Vorstellungen: am 19. Oktober um 19.30 Uhr und 27. Oktober um 18.00 Uhr im E-Werk

Kartentelefon: 0385 / 5300 – 123; kasse@theater-schwerin.de

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑