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Marius von Mayenburg, "Der Stein", Theater KonstanzMarius von Mayenburg, "Der Stein", Theater KonstanzMarius von Mayenburg,...

Marius von Mayenburg, "Der Stein", Theater Konstanz

Premiere 2. Mai 2010 - 20.00 Uhr Spiegelhalle

 

Das Stück fußt auf der wohl bekannten Lebenslüge, dass die eigene Familie mit Sicherheit im Widerstand war - ja gewesen sein muss! Er zeigt ineinander verschachtelte Szenen quer durch die Familienchronologie und bringt die Lebenslüge, auf der die Familie fußt zu Fall.

Der Stein rollt weder die Geschichte deutsch-deutscher Vergangenheit auf, noch wird über die Schuldfrage der deutschen Bevölkerung am Holocaust entschieden. Marius von Mayenburg, Hausautor an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, beschreibt - vielleicht exemplarisch – wie Der Stein für eine deutsche Familie zum Stein des Anstoßes wird, die Erinnerungen nicht länger zu beschönigen und der ungeliebten Wahrheit ins Auge zu schauen … auch wenn es weh tut.

 

Denn die Wahrheit tut weh. Jahrzehntelang hat Großmutter Witha dafür gesorgt, dass das Bild vom judenfreundlichen Großvater Wolfgang nicht beschmutzt oder gar hinterfragt wird. Bis eines Tages Enkelin Hannah, pubertierend, sich von der Mutter Heidrun abnabelnd und auf der Suche nach den eigenen Wurzeln, das schöne Heldenkonstrukt ins Wanken bringt.

 

Es ist die Geschichte eines Hauses in der Nähe von Dresden. Wolfgang Heising kauft es 1935 einer jüdischen Familie ab, die sich damit die Ausreise nach Amerika finanzieren kann. Es übersteht die Bombenangriffe der Alliierten 1945, wird 1953 überstürzt von der Familie verlassen, da diese in den Westen flüchtet, wird 1978 aus einer sentimentalen Laune heraus erneut aufgesucht und geht 1993 wieder in den Besitz der rückkehrenden Familie über. Auf der Strecke bleiben dabei Stefanie und ihr Großvater, denen das Zuhause genommen wird – Stefanie wird in der Folge zum unangenehmen Störenfried der neuen alten Bewohner.

 

In Vor- und Rückblenden setzt sich nach und nach das Puzzle um die Familiengeschichte der Heisings zusammen – und jede Frau versucht, auf ihre Art mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

 

In Kooperation mit dem 22. internationalen Bodenseefestival 2010

 

Inszenierung Enrico Stolzenburg |

Bühne und Kostüme Birte Novak |

Dramaturgie Kerstin Daiber

 

Mit Gina Henkel, Anna Hertz, Sabrina Strehl, Olga Strub, Susi Wirth, Heimo Scheurer

 

Weitere Termine: 05.05., 07.05., 08.05., 09.05., 12.05., 13.05., 14.05., 19.05., 20.05.2010

jeweils um 20:00 Uhr;

 

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

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