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"Medea" von von Franz Grillparzer im deutschen nationaltheater weimar

Premiere Samstag, 21. Februar 2009, um 19 Uhr im großen haus

 

Mit den Inszenierungen Liliom und Die Anbetung der Eidechse stellte sich Nora Schlocker, seit dieser Spielzeit Hausregisseurin am DNT Weimar, dem Publikum im vergangenen Jahr bereits im e-werk vor.

Als erste Regiearbeit der jungen Österreicherin auf der großen Bühne erlebt "Medea" in einer auf diese Figur konzentrierten Fassung der Trilogie Das goldene Vließ von Franz Grillparzer ihre Premiere.

 

In ihrer Erzählung des mythologischen Stoffes, der seit der Antike immer wieder Dichter zu dramatischen Bearbeitungen anregte, geht Nora Schlocker der tragisch endenden Liebesgeschichte zwischen der kolchischen Königstochter Medea und dem griechischen Helden Jason nach. Mit ihrem Ensemble versucht sie dem Mythos auf die Spur zu kommen und das, was an diesem für uns heute noch existentiell ist, auf dem Theater zu verstehen.

 

Aus als schicksalhaft empfundener Liebe zu Jason hilft Medea ihm das sagenumwobene goldene Widderfell, das sich ihr Vater unrechtmäßig angeeignet hat, zu entwenden und zurück nach Griechenland zu bringen. In der Heimat aufgrund ihrer seherischen Gabe und ihrer Zauberkräfte schon lange eine Außenseiterin, folgt sie dem Geliebten auf einem Weg, der für sie von einem Exil ins nächste führt. Letztendlich zerbricht sie an der menschlichen, gottunähnlichen Realität von Jasons Leben, seinen politischen Kompromissen und seinem Verrat an ihrer beider Liebe für den Preis des gesellschaftlichen Aufstiegs am Hof von Korinth. Während er dort ein Zuhause findet, begegnen die Einheimischen ihr, der Fremden, mit Argwohn. Als Jason sie verstößt, um die Königstochter Glauke zu heiraten, und sich auch ihre Kinder von ihr abwenden, zieht Medea voller Verzweiflung in einem letzten Aufbäumen alles um sich herum mit in den Abgrund...

 

In der Titelrolle ist Marie Burchard zu erleben, die junge Medea in Der Gastfreund, dem ersten Teil der Trilogie, wird gespielt von Nicole Tröger aus dem Theaterjugendclub. Den Jason verkörpert Simon Zagermann. Detlef Heintze und Philipp Engelhardt geben Medeas Vater Aietes und ihren Bruder Absyrtus. Die Rollen des König Kreon und dessen Tochter Glauke übernehmen Christian Ehrich und Xenia Noetzelmann. Neben ihnen sind an diesem Abend Elke Wieditz als Gora, Christoph Heckel als Milo, Johannes und Friedrich Martin als Jasons und Medeas Söhne sowie sieben junge Spieler aus dem Theaterjugendclub als Argonauten zu erleben. Am Klavier, vor allem aber mit seiner Stimme greift der Pianist und Sänger Jens Thomas die Emotionen und Stimmungen der Spielszenen auf und verstärkt sie auf der musikalischen Ebene. Bühne und Kostüme für die Inszenierung von Nora Schlocker entwarf Magdalena Musial.

 

Nora Schlocker (Regie)

Susanne Winnacker (Dramaturgie)

Magdalena Musial* (Ausstattung)

Jens Thomas* (Komposition)

 

Marie Burchard (Medea)

Xenia Noetzelmann (Glauke)

Elke Wieditz (Gora)

Christian Ehrich (Kreon)

Philipp Engelhardt (Absyrtus )

Christoph Heckel (Milo )

Simon Zagermann (Jason)

Detlef Heintze (Aietes)

Nicole Tröger* (die junge Medea)

Johannes Martin, Friedrich Martin (Kinder)

Jens Thomas* (Musiker)

 

Weitere Vorstellungen: 26.2., 19.30 Uhr; 8.3., 19 Uhr; 14.3., 19.30 Uhr;

5.4., 19 Uhr; 10.4., 19 Uhr; 30.4., 19.30 Uhr, 30.5., 19.30 Uhr

 

www.nationaltheater-weimar.de

 

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