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Münchner Opernfestspiele: "Mitridate, rè di Ponto" von Wolfgang Amadeus Mozart

Festspiel-Premiere am Do 21.07.2011, 19 Uhr im Prinzregententheater. -----

 

Gerade mal fünf Monate blieben dem erst 14-jährigen Mozart, um seiner ersten großen Auftragskomposition einer Opera seria für Mailand nachzukommen.

U.nd er entsprach den hohen Erwartungen an das Wunderkind, das zunächst von vielen Musikern mit großer Skepsis betrachtet wurde: Mitridate war ein großer Erfolg. Vor allem die musikalische Charakterisierung der Figuren in all ihren Nöten und Hoffnungen sind Zeugnis des für viele ungeheuerlichen Talents des Salzburger Jugendlichen, der noch unter der Obhut seines Vaters durch Europa reiste.

 

Dass der Stoff um den historischen König von Pontus, der an den Grundfesten des antiken Römischen Imperium rüttelte, nach der gleichnamigen Tragödie von Racine eine besondere biografische Parallele zu Mozart zieht, ist spannend: Denn der Kern des Dramas stellt die konfliktgeladene Emanzipation der Söhne Mitridates, Sifare und Farncae, von ihrem dominanten Vater dar, die erst im Tod des Mitridate eine – auch den Konventionen der Zeit geschuldete – Aussöhnung erfährt.

 

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Der junge Regisseur David Bösch, der dem Münchner Publikum bereits durch seine poetische Inszenierung von L’elisir d’amore bekannt ist, setzt Mozarts Frühwerk in Szene, das sich um den primär emotionalen Krieg zweier Brüder dreht, die versuchen, sich von der Autorität ihres Vaters zu lösen. Das Werk, das Mozart im Alter von nur 14 Jahren schrieb, war zuletzt 1993 in der Regie von August Everding an der Bayerischen Staatsoper zu sehen.

 

In den Hauptrollen sind der Tenor Barry Banks als König Mitridate sowie die französische Sopranistin Patricia Petibon als Mitridates Verlobte Aspasia zu erleben. Patricia Petibon wird hiermit auch ihr Debüt an der Bayerischen Staatsoper geben. Die Figur der Aspasia möchte die Sopranistin nicht nur stimmlich, sondern auch körperlich interpretieren, denn für sie gehören Stimme und Körper untrennbar zusammen: „Je nachdem, wie man sich bewegt, verändert sich der Atem, es macht einen Unterscheid ob man liegt oder tanzt, während man singt. Man muss den Körper mithören. Erst dann wird der Gesang wahrhaftig.“ Am Pult steht mit Ivor Bolton einer der gefragtesten Dirigenten für das Repertoire des Barock und der Wiener Klassik.

 

Musikalische Leitung Ivor Bolton

Inszenierung David Bösch

Bühne Patrick Bannwart

Kostüme Falko Herold

Licht Michael Bauer

 

Mitridate Barry Banks

Aspasia Patricia Petibon

Sifare Anna Bonitatibus

Farnace Lawrence Zazzo

Ismene Lisette Oropesa

Marzio Alexey Kudrya

Arbate Eri Nakamura

 

Bayerisches Staatsorchester

 

Neuproduktion

 

Weitere Vorstellungen

So 24.07.2011, 19 Uhr

Di 26.07.2011, 19 Uhr

Fr 29.07.2011, 19 Uhr

 

 

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