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Musiktheater Dortmund: grosse Projekt4e in der nächsten Spielzeit

Die neue Spielzeit des Theater Dortmund lädt die Besucher im Musiktheater zu insgesamt 13 Premieren und darüber hinaus zu acht Wiederaufnahmen von Werken ein, die in der laufenden und der vorherigen Spielzeit besonders gut gefallen haben.

Als zentrales Ereignis steht in der kommenden Spielzeit die Vollendung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen an.

Mit den Premieren von Siegfried und Götterdämmerung schließt sich 2006/2007 das große Weltenpanorama zum „Ring“. So steht am Beginn der neuen Spielzeit die Premiere von Siegfried am 3. September. Die utopische Freiheitsbehauptung dieser fast märchenhaften Handlung vom jugendlichen Drachentöter, der sich selbst sein Schwert schmiedet, mit dem er die Welt erobern will, lässt diesen „Tag“ im „Ring“ als den strahlendsten erscheinen. Mit dieser Premiere setzt das Team Arthur Fagen (Musikalische Leitung), Christine Mielitz (Regie) und Stefan Mayer (Ausstattung) die Arbeit am Ring-Projekt fort.

 

Nur wenige Wochen später steht am 23. September 2006 die Premiere von Georges Bizets Oper Carmen auf dem Programm. Mit Carmen steht eine der bekanntesten und beliebtesten Opern des gesamten Repertoires auf dem Spielplan des Theater Dortmund. Bizet beschränkte sich in diesem außergewöhnlichen Frauenportrait nicht auf die Kolorierung seiner Musik durch spanisch-folkloristische Elemente wie Habanera und Seguidilla, sondern nutzte eine dichte, beredte Leitmotivik, um die radikale Konfrontation von Mann und Frau herauszuschälen. Die Inszenierung übernimmt die in Dortmund schon durch ihre gefeierten Produktionen von Don Giovanni und Der Rosenkavalier bekannte amerikanische Regisseurin Beverly Blankenship.

 

Als drittes Highlight der Saison kommt am 21.Oktober 2006 Gioacchino Rossinis rasante Komödie Der Barbier von Sevilla zur Aufführung. Die Verwirrungen um den heiratswilligen Vormund der hübschen Rosina hat schon Generationen von Opernbesuchern begeistert. Rossinis Musik sprüht vor Witz und bösem Humor, wenn Figaro zum ersten Mal in den Dienst des Grafen Almaviva tritt. Der international inzwischen viel beachtete Regisseur Henry Mason wird die Inszenierung dieses Werkes übernehmen.

 

Das Thema des Umgangs mit dem Anderssein – dem eigenen wie dem der anderen – bestimmt die Handlung der Kinderoper Die feuerrote Friederike von Christine Nöstlinger mit Musik von Elisabeth Naske. Mit dieser Premiere wird das Projekt „Kinderoper in Dortmund“ wieder einen Schritt weiter gehen. Die Premiere findet im November vielleicht schon im eigenen Theater statt.

 

Vom Vater der Operette selbst stammt der schwungvolle Ausflug in Antike Welten in Die schöne Helena. Jacques Offenbach hat mit dieser bissigen Satire auf seine eigene Zeit eine hervorragende Vorlage für Attacken auf heutige politische Zustände geliefert. Gottheiten wie Helden werden von ihrem angestaubten Thron geholt und durch die Maschinerie Offenbach’scher Komik gedreht bis sie zur Kenntlichkeit entstellt vor unseren heutigen Augen stehen. Regisseur Anthony Pilavachi wird bei diesem musikalischen Spaß niemanden verschonen.

 

Die Orchesterprobe – die zweite Produktion der Kinderoper - stellt sich im Januar 2007 auf spielerische Weise der Frage, was denn eigentlich ein Orchester ist, was seine Mitglieder tun und warum klassische Musik so klingt, wie sie klingt.

 

Nikolaj Rimskij-Korsakow hat es in seiner Oper Der goldene Hahn verstanden, die aktuellen Geschehnisse seiner Zeit in eine märchenhafte Handlung zu kleiden. Die Geschichte eines Geschenkes, das das Gewissen des Potentaten beruhigen soll, letztendlich aber seinen Untergang verursacht, scheint in seiner wunderbaren Parabelhaftigkeit die Menschen gleichermaßen zu verzaubern wie zum Nachdenken zu bewegen. Ein Ensemblestück für die ganze Familie mit Premiere am 24. Februar 2007.

 

Was für ein Untergang wird in der Götterdämmerung beschrieben? Wohnen wir dem Ende der Zeit bei oder bleibt in der Katastrophe etwas bestehen, was einen Neuanfang möglich macht? Mit der Premiere am 15. April 2007 schließt sich der Dortmunder Ring von Arthur Fagen, Christine Mielitz und dem Ausstatter Stefan Mayer. Die zweimalige Aufführung des gesamten Zyklus wird dann einen Höhepunkt des Dortmunder Opernlebens markieren. Unter den vielfach gelobten Solisten werden u.a. Milana Butaeva und Kirsten Blanck den gesamten Handlungsbogen vom Raub des Rheingolds bis zu Brünnhildes Abschied gestalten.

 

Eine ganz ungewohnte Farbe bringt die „Tango Operita“ Maria de Buenos Aires in den Spielplan des Dortmunder Theaters. Vom Großmeister des Argentinischen Tangos komponiert, gerät die musikalische Gestaltung der Titelpartie zu einem Portrait des Tangos schlechthin. Anja Nicklich, die schon vielfach durch ihre Arbeiten für die Kinderoper auf sich aufmerksam gemacht hat, wird diese hitverdächtige Tango-Revue um Maria aus den Vorstädten mit Premiere am 5. Mai 2007 in Szene setzen.

 

Den Abschluss der Spielzeit mit Premiere am 9. Juni 2007 bildet Giuseppe Verdis Klassiker Rigoletto. Kaum eine Oper des italienischen Operngenies ist reicher an melodischen Einfällen als die tragische Geschichte um den gesellschaftlichen Außenseiter, der seine eigene Tochter zu Tode beschützt. Indem er seine eigene Rolle im Leben nicht findet, kann Rigoletto auch seinem Kind keinen angemessenen Platz unter den Menschen schaffen. In der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von den in Dortmund bereits bestens bekannten Hartmut Schörghofer (Bühne) und Renate Schmitzer (Kostüme) wird die Frage nach der Authentizität des eigenen Bildes in einer von Äußerlichkeiten geprägten Gesellschaft auf dringliche Weise gestellt.

 

 

Ballett des Theater Dortmund

 

Der erste Ballettabend der Spielzeit mit Premiere am 11. November widmet sich – wie schon bei Mozart in der Spielzeit 2005/2006 – einer einzelnen herausragenden Komponisten-persönlichkeit: Johann Sebastian Bach. Gestaltet wird der dreiteilige Abend, Hommage an Bach, neben dem Dortmunder Ballettdirektor Xin Peng Wang (Mein Bach) von zwei internationalen Stars der Choreographenszene. Hans van Manen steuert sein 1998 entstandenes, von höchster Virtuosität getragenes Solo bei und Mauro Bigonzetti wird mit seiner vielfach gefeierten Omaggio an Bach vertreten sein.

 

Die Darstellung großer Emotion spielte schon in den bisher von Xin Peng Wang am Theater Dortmund vorgestellten Handlungsballetten eine zentrale Rolle. In Manon Lescaut portraitiert Giacomo Puccini einen der großen tragischen Konflikte, indem die Titelheldin sich vor die Wahl zwischen Liebe und der Sicherung ihrer materiellen Existenz gestellt sieht – eine Wahl, die letztendlich nicht zu entscheiden ist, da der resultierende Verlust notwendigerweise zur persönlichen Katastrophe führen muss. Premiere ist am 27. Januar 2007

 

Auch in der Spielzeit 2006/2007 wird die Reihe der überaus erfolgreichen Ballett-Tage (März 2007) fortgesetzt. Außerdem betritt das Ballett mit seinem außergewöhnlichen Projekt Raum X Neuland, indem es im Harenberg City-Center ortsbezogene Choreographien vorstellt.

 

Die Dortmunder Philharmoniker

 

An- und aufregende Programme mit hochkarätigen Besetzungen der Solo-Konzerte verspricht der Spielplan der Dortmunder Philharmoniker 2006/2007. Dabei wird die Auseinandersetzung mit dem großen klassischen Repertoire genauso im Fokus stehen, wie das Vorstellen neuer Tendenzen.

 

Inhaltlich findet die Begegnung westlicher Musik mit den Traditionen der asiatischen Kunst – insbesondere Chinas – besondere Beachtung. Komponisten wie Tan Dun und Bright Sheng geben davon ein beredtes Zeugnis. Unter den Werken des großen klassischen Repertoires seien vor allem die Aufführung von Beethovens 9. Symphonie (unter Mitwirkung von Chor und Extrachor des Theater Dortmund) sowie Gustav Mahlers Lied von der Erde zu nennen.

 

Junge aufsteigende Musiker wie Fazil Say, der als Residenzkünstler mehrfach im Programm vertreten sein wird, oder Alexia Voulgaridou stehen für einen Blick auf eine neue Generation von Interpreten. Aber auch bekannte und beliebte Musiker wie Wolfgang Millgramm oder Cho-Liang Lin werden nächste Spielzeit vertreten sein. Ein besonderes Highlight bildet das Gastspiel des Navarra Symphony Orchestra aus Pamplona, das im Herbst in Dortmund gastieren wird.

 

Vier Familienkonzerte bieten für Zuhörer fast jeden Alters einen spannenden und unterhaltsamen Zugang zu denn Werken der bekannten und unbekannten Komponisten. Der Kleine Mozart (27. August), Die Spielzeugschachtel (5. November 2006), Der Kontrabass (11. Februar 2007) und das Programm Tag des offenen Orchesters (6. Mai 2007) sind die Stationen der Reise durch den Kosmos der musikalischen Sensationen. Außerdem stellen sich die Musiker der Dortmunder Philharmoniker erneut in der inzwischen fest im Spielplan verankerten Reihe der Kammerkonzerte vor.

 

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