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"Onkel Wanja" im Theater Görlitz

Szenen aus dem Landleben in vier Akten von Anton Tschechow

Premiere Sa., 8. Dezember 2007, 19.30 Uhr

 

Wanja liebt Jelena, Astrow liebt Jelena, Serebrjakow liebt Jelena. Letzterer hat den Vorteil, mit ihr verheiratet zu sein.

Er, der Professor im Ruhestand, bringt seine junge Frau mit auf das Landgut seiner verstorbenen ersten Gattin, das über Jahre von seiner Tochter Sofia und seinem Schwager Wanja geführt wurde. Mit harter Arbeit und enthaltsamem Leben haben die beiden das ehemals verschuldete Gut rentabel gewirtschaftet. Alles Geld haben sie dem Professor geschickt und bekamen dafür regelmäßig seine neueste Veröffentlichung, die sie am Abend vor dem Kamin ehrerbietig verschlangen. Für seine Verwandtschaft auf dem Land ist er der Inbegriff der Gelehrsamkeit.

 

Doch nun ist der Professor im Ruhestand. Doch Serebrjakow hat Rheuma. Die bewundernden Verwandten sollen ihm nun jeden Wunsch direkt von den Augen ablesen. Die Gespräche kreisen einzig um sein Gebrechen und seine Bedürfnisse. Auch seine junge Frau Jelena nimmt er damit völlig in Beschlag. Das wiederum kann der in Jelena verliebte Wanja kaum ertragen. Der Arzt Astrow, ein Umweltaktivist mit großen Plänen, geht bei Jelena direkter vor. Die leidenschaftliche Liebe der ihn seit Jahren still begehrenden Sofia übersieht er dagegen völlig. Jelena selbst sieht sich entgegen ihrer Erwartungen nicht in einer Ehe mit einem lebensfrohen Intelligenzler. Auch der Professor hat sich das Landleben gänzlich anders vorgestellt. Enttäuscht von der unendlichen Langeweile, dem engen Alltag der geregelt Arbeitenden um ihn herum, beschließt er, das Landgut zu verkaufen. An die Verwandten denkt er dabei nicht. Wanja ist entsetzt. Endgültig bricht für ihn die Welt zusammen. Der Professor als Fixstern seiner Existenz ist erloschen, nun will er ihm auch noch Lebensgrundlage und Heimat nehmen. Er sieht rot, zieht die Pistole, zielt – und schießt daneben. Seinen Selbstmord können Sofia und Astrow gerade noch verhindern. Der Professor und Jelena reisen ab. Die Verwandtschaft kehrt zu ihrem geregelten Leben zurück...

 

Anton Tschechow wurde 1860 in Südrussland geboren. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit praktizierte er sein Leben lang als Arzt. Nach der erfolglosen Komödie Der Waldschrat entstand das 1896 uraufgeführte und überaus erfolgreiche Stück Onkel Wanja. Liebevoll und genau beobachtet Tschechow hier seine Charaktere, deren Lebenslügen und Projektionen langsam zerbröckeln und die doch getrieben sind von einer tiefen Sehnsucht nach Liebe und Sinn. Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens litt Tschechow an Lungentuberkulose. Er starb 1904 im deutschen Kurort Badenweiler.

 

Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Theaters Zittau

Regie: Roland May

 

Vorstellungstermine:

 

Sa., 8. Dezember 2007, 19.30 Uhr (Görlitzer Premiere)

Sa., 29. Dezember 2007, 19.30 Uhr

So., 6. Januar 2008, 15.00 Uhr

Fr., 14. März 2008, 19.30 Uhr

 

 

 

 

 

 

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