Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: "Saturn kehrt zurück" von Noah Haidle - Burgtheater WienÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: "Saturn kehrt zurück" von Noah Haidle -...ÖSTERREICHISCHE...

ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: "Saturn kehrt zurück" von Noah Haidle - Burgtheater Wien

Premiere am 20. Jänner 2018, 20 Uhr im Vestibül

Gustin, 88 Jahre alt, hat niemanden zum Reden. Aber es gibt da ja das Telefonbuch. Nachdem Klempner und Escort-Service seine Einsamkeit nicht lindern konnten, ruft der pensionierte Radiologe einen Pflegedienst an – obwohl er auch nicht wirklich pflegebedürftig ist. Und reden will er zwar, aber möglichst nicht über sein Leben – jedenfalls nicht über alles. Wie der Saturn alle dreißig Jahre an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt, so erleben wir in Rückblenden einen Mann in drei verschiedenen Phasen seines Lebens mit jeweils dreißig Jahren Abstand.

Copyright: Reinhard Werner/Burgtheater

Und es scheint, als bedeute jede Wiederkehr des Planeten auch eine Krise in dieser Biografie. Mit 28 muss Gustin den Tod seiner Frau Loretta erleben, die bei der Geburt der gemeinsamen Tochter stirbt. Und genau dreißig Jahre später verunglückt diese tödlich, nachdem sie ihren Vater Richtung Mexiko verlassen hat. Am Ende seines Lebens ist Gustin ganz allein: „Die Zeit für Witze ist vorbei.“

Noah Haidles Stück wagt sich an allerletzte Fragen. Es erzählt auf poetisch berührende wie komische Weise von Liebe und Tod, vom Jungsein und vom Altwerden, von Schuld und nie erfolgter Sühne. Die Wahrheit hinter den Lebenslügen blitzt immer wieder auf, nur um sogleich wieder von Finsternis verhüllt zu werden. Sara Abbasi, zuletzt Regieassistentin am Burgtheater, wird das Stück dieses unbedingt zu entdeckenden Autors in Österreich erstmals auf die Bühne bringen.

Noah Haidle, 1978 in Michigan geboren. Seine Stücke wurden USA-weit inszeniert, im deutschsprachigen Raum bekannt wurde er 2009 durch Mr. Marmelade. Mit Saturn kehrt zurück wird erstmals eines seiner Stücke am Burgtheater aufgeführt.

Mit Rudolf Melichar (Gustin 88), Peter Knaack (Gustin 58), Tino Hillebrand (Gustin 28), Irina Sulaver (Suzanne / Zephyr / Loretta)

  • Regie   Sara Abbasi
  • Bühne    Sarah Sassen                                                                                
  • Kostüme  Leonie Zykan                                                                                            
  • Musik   Tommy Hojsa                
  • Licht     Mathias Mohor
  • Video    Sophie Lux
  • Dramaturgie     Florian Hirsch

   

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑