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Pariser Leben - Eine Göttliche Komödie von Jacques Offenbach, Novoflot und ensemble mosaik im RADIALSYSTEM V Berlin

Premiere 17.12.2011, 20:30 Uhr. -----

Paris ist ein Sehnsuchtsort: Zentrum der Wirtschaft, der Mode, der Liebe und des Amüsements. Hierher verlegte Jacques Offenbach die Handlung seiner Operette um einen abgebrannten Bohemien, der einem Touristen-Ehepaar ein ihrer Vorstellungswelt entsprechendes Paris vorgaukelt…

Die neue Novoflot-Produktion lädt ein zu einer irrwitzigen göttlichen Komödie, durchdrungen von musikalischen Phasenverschiebungen: ein Tauchgang in die tiefliegenden Schichten jenes Sündenpfuhls, dem Offenbach einst irreführenderweise den Namen Paris gab. In der Inszenierung von Sven Holm für Gesangsensemble, Tänzerin und Musiker stehen sich als ewige Widersacher Gott und die Schauspielerin Olivia Grigolli als Luzifer gegenüber. Das Pariser Gare de l’Ouest offenbart sich als Pforte zur Hölle und Ausgangspunkt eines teuflischen Spektakels, das von ausschweifenden Feierorgien und zugleich tieftraurigen Einsamkeiten berichtet - ein Abgesang auf eine mit Illusionen, Gier, Neid und Hysterie überladene Großstadtgesellschaft und eine dialektische Bewegung zwischen Leben und Tod, Operette und Höllenritt!

 

Seit der Gründung 2002 machte die freie Berliner Opernkompanie Novoflot zunächst mit den Inszenierungen von Ernst Kreneks "Glockenturm" und Tommaso Traettas "Antigone" in den Sophiensaelen auf sich aufmerksam. Mit der Opernsaga "Kommander Kobayashi" entwickelte sie ein Format, in dem neue Produktionswege und Konzepte für die zeitgenössische Oper gesucht und getestet wurden: Verschiedene internationale Komponisten schrieben insgesamt zehn Opern, die in drei Staffeln zwischen 2005 und 2007 an verschiedenen Spielorten uraufgeführt wurden. Zwischen 2008 und 2011 arbeitete Novoflot unter dem Titel "Was wir fühlen" an einer Reihe zu den Affekten in der Oper. Im RADIALSYSTEM V entstand im Dezember 2009 ein szenische Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium, die Albrecht Thiemann in der Opernwelt als Uraufführung des Jahres nominierte.

 

Das ensemble mosaik entstand 1997 aus einer Initiative junger Instrumentalisten und Komponisten in Berlin. Sein Interesse gilt der Vielfalt ästhetischer Konzepte und Erscheinungsformen in der zeitgenössischen Musik. Dabei arbeitet das Ensemble in engem Austausch mit den Komponisten, den Schwerpunkt bildet insbesondere die Zusammenarbeit mit jüngeren, noch unbekannten Künstlern. Unter den zahlreiche Uraufführungen finden sich auch viele eigens für das Ensemble geschriebene Werke. Das Ensemble trat bei zahlreichen nationalen und internationalen Festivals für zeitgenössische Musik auf und spielte u.a. beim Warschauer Herbst, Wien Modern, musica viva in München, MusikTriennale Köln, den Donaueschinger Musiktagen und MaerzMusik.

 

Sven Holm arbeitet seit Ende der neunziger Jahre als freier Regisseur und Konzepter von Uraufführungsprojekten. Parallel zu der Arbeit mit Novoflot war und ist er u.a. an der Staatsoper Hannover, an der Staatsoper Stuttgart, am Opernhaus Kiel, am Theater Heidelberg sowie demnächst an der Bayerischen Staatsoper München tätig. Mehrfach wurde er als Regisseur des Jahres bzw. für die Uraufführung des Jahres nominiert von Theater Heute (2004), Die Deutsche Bühne (2009) und Opernwelt (2005, 2009, 2010).

 

Konzept Sven Holm und Malte Ubenauf

Komposition Jacques Offenbach und ensemble mosaik

Regie Sven Holm

Musikalische Leitung Vicente Larrañaga

Bühne und Kostüme Elisa Limberg

Dramaturgie Malte Ubenauf und Ines Hu

Produktionsleitung Dörte Wolter

Technische Leitung und Licht Jörg Bittner

 

Mit Olivia Grigolli, Ines Hu, Bini Lee, Yeri Anarika Vargas Sánchez, Hanna Dóra Sturludóttir, Yuka Yanagihara, Matthias Bauer, Chatschatur Kanajan, Simon Robinson, Meik Schwalm, Ernst Surberg, Melih Tepretmez und ensemble mosaik

 

Eine Produktion von Novoflot in Kooperation mit dem RADIALSYSTEM V. Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

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