Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
PERSPECTIVES 2011 - DEUTSCH-FRANZÖSISCHES FESTIVAL DER BÜHNENKUNST in Saarbrücken vom 5. bis 15. Mai 2011PERSPECTIVES 2011 - DEUTSCH-FRANZÖSISCHES FESTIVAL DER BÜHNENKUNST in...PERSPECTIVES 2011 -...

PERSPECTIVES 2011 - DEUTSCH-FRANZÖSISCHES FESTIVAL DER BÜHNENKUNST in Saarbrücken vom 5. bis 15. Mai 2011

Als deutschlandweit einziges Festival widmet sich PERSPECTIVES gleichermaßen dem deutsch- und französischsprachigen Theater, Tanz und Zirkus. Bereits seit 34 Jahren zieht PERSPECTIVES Besucher aus der Saar-Lor-Lux-Region an und lässt nicht nur Ländergrenzen verschwinden, sondern führt zudem Künstler und Publikum zusammen.

 

Auch in diesem Jahr lädt PERSPECTIVES angesehene Regisseure und Choreografen ein, deren künstlerische Arbeit das Publikum zehn Tage erleben kann.

 

Schwerpunkt Falk Richter

 

Der diesjährige Fokus des Festivals liegt auf den Werken Falk Richters. Mit TRUST, My Secret Garden und Dieu est un DJ stehen gleich drei erfolgreiche Stücke Richters auf dem Festivalprogramm. Der deutsche Künstler ist einer der derzeit bedeutendsten und erfolgreichsten Theaterautoren und -regisseure, der seit einiger Zeit auch in Frankreich einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt und erfolgreich seine Inszenierungen präsentiert hat. Im vergangenen Jahr überzeugte Falk Richter auf dem international angesehenen Festival d’Avignon mit gleich zwei seiner Produktionen: TRUST und My Secret Garden.

 

Das Theater- und Tanzprojekt TRUST der Schaubühne am Lehniner Platz verbindet in einer humorvollen Inszenierung zwischenmenschliche Beziehungen mit der Finanzkrise. Ein Abend mit hervorragenden Schauspielern und Tänzern, die für diese gemeinsame Arbeit besonders gut zueinander gefunden haben.

 

My Secret Garden, eine Koproduktion von Festival d'Avignon und PERSPECTIVES, entstand aus der Zusammenarbeit Falk Richters mit dem erfolgreichen französischen Regisseur Stanislas Nordey, der auch die Hauptrolle der Inszenierung spielt. Ausgehend von Falk Richters ganz privaten Tagebuchnotizen vereint die sogenannte ‚Auto-Fiktion’ real Erlebtes und reine Fiktion untrennbar miteinander.

 

Außerdem präsentiert PERSPECTIVES Falk Richters Kultstück Gott ist ein DJ in einer französischen Fassung mit Übertiteln und in der erfolgreichen Adaption des jungen belgischen Regisseurs Fabrice Murgia. Dieu est un DJ ist eine Koproduktion des Festivals PERSPECTIVES und des Théâtre National de Bruxelles. Im Mittelpunkt des Stücks steht ein junges Künstlerpärchen, das sein ganzes Leben medial in Szene setzt und den Bezug zur Realität verliert.

 

Attraktionen des ‚nouveau cirque’

 

Neben Straßentheater, Schauspiel und Tanzchoreografien bietet PERSPECTIVES auch dieses Jahr die Möglichkeit, außergewöhnliche Stücke des zeitgenössischen Zirkus’ zu entdecken.

Das dem Zirkus nahe stehende Bühnenstück L’immédiat ist eine burleske Reise durch eine Welt voller Unordnung und Unfälle. In einer instabilen und chaotischen Umgebung kreieren Tanzakrobaten kleine Katastrophen und komische Situationen des Kontrollverlustes.

 

Der Cirque Trottola gibt beim diesjährigen Festival PERSPECTIVES die Deutschlandpremiere seines amüsanten Zirkusstücks Volchok, das eine Geschichte ohne Worte erzählt und mit Trapez, Drahtseil, Bodenakrobatik und Clownnummern eine turbulente Show präsentiert: Ein Stück für die ganze Familie.

 

Weitere Festivalhighlights

 

Ein weiteres Highlight der 34. Ausgabe von PERSPECTIVES ist die brandneue Produktion Berlin Elsewhere von Constanza Macras | DorkyPark, eine Koproduktion des Festivals und der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz. Große Städte sind die stärkste Inspirationsquelle der Künstlerin Constanza Macras und auch ihre neueste Choreografie ist in einer Stadt angesiedelt, in Berlin Elsewhere: Ort eines dunklen Märchens, fiktiver Gegenort, an dem Figuren zusammenkommen, diesen durchleben, ändern und fortwährend neu erschaffen. Nach der Uraufführung in Berlin wird PERSPECTIVES das erste Gastspiel dieser Produktion präsentieren!

 

Mit Hamlet Machine sprengt die Compagnie Sans Soucis das traditionelle Format des Figurentheaters, um einen ganz neuen Blick auf Die Hamletmaschine Heiner Müllers zu werfen. Auf wunderbare Weise kommt in Legoubés Inszenierung ein Nebeneinander verschiedener Ästhetiken und Maßstäbe zum Einsatz: Figurentheater, Tanz, Kino, Bildende Künste, Schatten- und Objekttheater werden ausdrucksstark verschränkt.

 

International erfolgreiche Performance jetzt auch in Saarbrücken

 

Bereit für einen Perspektivwechsel mit Willi Dorner? Der österreichische Choreograf führt die Zuschauer mit einer außergewöhnlichen Performance durch Saarbrücken. TänzerInnen, SportlerInnen und AkrobatInnen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg bilden auf Straßen, in Passagen, Einkaufszentren und auf ähnlichen (halb)öffentlichen Plätzen Körperskulpturen und verändern durch ihre organische Form die Wahrnehmung der Stadt Saarbrücken. Wer sich als Zuschauer dem Stadt-Parcours bodies in urban spaces anschließt, hat die Gelegenheit, den urbanen Raum neu zu entdecken und seine eigenen Bewegungsgewohnheiten zu hinterfragen.

 

Glänzende Solodarbietungen

 

Das Ein-Mann-Stück Amerika wird von dem vielfach ausgezeichneten Schauspieler Philipp Hochmair interpretiert. Mit dem Einsatz von Videobildern verkörpert dieser faszinierend den Ich-Erzähler und schlüpft zudem facettenreich in die verschiedensten Rollen. Aus der Produktion des Thalia Theaters Hamburg entwickelte Hochmair seine eigene mobile Version, die er auf Festivals präsentiert.

 

Als weiteres Solostück steht Tagebuch eines Wahnsinnigen vom Deutschen Theater Berlin bei PERSPECTIVES auf dem Programm. Der Schauspieler Samuel Finzi zieht in seinen Bann, wenn er sich vom Beamten Poprischtschin in einen Irren verwandelt, der heimlich den Briefwechsel zwischen Hündinnen liest und dem schließlich klar wird, dass er eigentlich König von Spanien ist. Die Inszenierung wird in einer deutsch-französischen Sprachversion gezeigt.

 

In PRESS, dem erfolgreichen Tanztheater-Solo von Pierre Rigal wird buchstäblich gepresst, Druck ausgeübt und auch DePRESSion durchlebt: Eingesperrt auf engstem Raum probiert der Tänzer alle Bewegungsmöglichkeiten aus, die ihm noch bleiben. Während sich die Decke immer weiter herabsenkt, versucht er sich mit enormer Körperbeherrschung an die bedrückende Situation anzupassen. Die Choreografie von Pierre Rigal ist die surreale Szenerie eines ausweglos scheinenden Überlebenskampfes.

 

Questcequetudeviens ? Was wird aus dir? Diese Frage richtet sich an eine Frau, ihr Leben, ihre Leidenschaft: den Flamenco-Tanz. Es ist die Geschichte der Französin Stéphanie Fuster, die lange Jahre in der Heimat des Flamenco verbracht hat, um sich ihm mit ganzer Seele zu nähern. Dieses kraftvolle Solo hat Aurélien Bory, Choreograf und Leiter der Cie 111, speziell für Stéphanie Fuster konzipiert. Begleitet von Alberto Garcia mit seinem Cante jondo (tiefer Gesang) und von José Sanchez an der Gitarre, präsentiert sie ihren einzigartigen Flamenco, den sie aus Tradition und Moderne neu kodiert hat. Gesang, Gitarrenmusik und Tanz bilden eine harmonische Einheit. Die Choreografie begeisterte schon die Zuschauer beim Festival ¡mira! in Bordeaux.

 

Mit Un mage en été hat Ludovic Lagarde die Atmosphäre des gleichnamigen Buches von Olivier Cadiot auf die Bühne übertragen. Die Sprache ist schön, frei und poetisch, der Text witzig und zärtlich. Eine Einladung an das Publikum, in diesen Wachtraum einzutauchen, diesen magischen Streifzug mitzuerleben.

 

Deutschlandpremiere von Les Ogres de Barback

 

Neben allen Tanz- und Theatervorstellungen bietet PERSPECTIVES auch in diesem Frühling ein abwechslungsreiches Musikprogramm mit aufstrebenden Musikgruppen aus Frankreich. Am 7. Mai können sich die Festivalbesucher auf ein kostenloses Konzert der französischen Gruppe Les Ogres de Barback auf dem St. Johanner Markt freuen. Die erfolgreiche Band gibt bei PERSPECTIVES die Deutschlandpremiere ihres neuen Albums Comment je suis devenu voyageur!

 

Vollständiges Programm und Infos unter

www.festival-perspectives.de

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 33 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑