Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Pill Mayer Stiftung verleiht Förderpreise für interkulturellen Dialog - Auszeichnungen gehen nach Berlin, Hamburg und Ravensburg Pill Mayer Stiftung verleiht Förderpreise für interkulturellen Dialog - ...Pill Mayer Stiftung...

Pill Mayer Stiftung verleiht Förderpreise für interkulturellen Dialog - Auszeichnungen gehen nach Berlin, Hamburg und Ravensburg

Juni 2022

Angesichts herausragender Bewerbungen vergibt die Pill Mayer Stiftung dieses Jahr gleich drei Förderpreise. Sie würdigt damit beispielhafte Kulturprojekte, die sich für den interkulturellen Dialog einsetzen. Die mit je 1000 € dotierten Preise gehen nach Berlin, Hamburg und Ravensburg.

 

Copyright: Pill Mayer Stiftung für interkulturellen Dialog

Die jüdische Sesamstraße
Eine der drei Auszeichnungen geht an die bubales aus Berlin und damit das einzige professionelle jüdische und interkulturelle Puppentheater in Deutschland. Es ist eine Art „Jüdische Sesamstraße“, das live und in Videos zu erleben ist. Mit fantasievollen Stoffpuppen, einer mobilen Theaterbühne und pfiffigen Songs führen die bubales ihr Publikum durch die Welt der jüdischen Feiertage und Traditionen. Klein und Groß lernen auf spielerisch-kreative Weise eine andere Kultur näher kennen und erfahren mit viel Spaß und Witz ganz nebenbei etwas über jüdische Bräuche. Zugleich vermitteln die Theaterpuppen, dass Vielfalt und Toleranz etwas Selbstverständliches sind. So erweisen sich die bunten bubales als ideales Medium, um Menschen für Neues zu öffnen und Brücken zwischen ihnen zu bauen.

Schüleraustausch Palästina und Hamburg
Ein weiterer Förderpreisträger ist der seit elf Jahren bestehende Austausch zwischen Schulen in Hamburg und Palästina, der für Völkerverständigung und Weltoffenheit steht. Dieses Jahr geht es um das Fotoprojekt „Pictures of Community”. Hierbei setzen sich die Schülerinnen und Schüler in Hamburg und anschließend im Westjordanland in gemischten Gruppen inhaltlich und künstlerisch mit dem Begriff „Gemeinschaft“ auseinander. Ihre Ergebnisse werden sie dann in einer Fotografie-Ausstellung präsentieren. Das Leben in Gastfamilien ermöglicht den Heranwachsenden wertvolle interkulturelle und interreligiöse Begegnungen und vermittelt zudem landeskundliches Wissen. Der künstlerische und kulturelle Austausch zwischen den palästinensischen und den hamburgischen Jugendlichen erleichtert so auf niedrigschwelliger Ebene das gegenseitige Kennenlernen und Verständnis.

Tanzen verbindet alle Nationen
Seit sieben Jahren veranstaltet die ballett-werkstatt Bettina Owczarek in Kooperation mit dem Verein Tanz & Kultur e. V. in Ravensburg regelmäßige Workshops. Prämiert wird das Programm „Tanzen verbindet alle Nationen“, das Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen internationale Tanzstile präsentiert. Dabei werden nicht nur die einzelnen Schritte der Tänze erlernt, sondern auch kulturelle Hintergründe und Geschichte weitergegeben. Seit Kurzem unterrichtet hier die aus Ternopil (UA) stammende Tanzlehrerin Olesia Kramar Folklore aus ihrer Heimat. Ukrainische Kinder und Jugendliche dürfen kostenfrei an allen laufenden Kursen teilnehmen. Der interkulturelle Dialog zu gleichaltrigen Kindern aus Ravensburg wird so über die Sprache des Tanzes möglich. Die ballett-werkstatt Bettina Owczarek bietet damit vor dem Krieg Geflüchteten eine Plattform, um die deutsche Kultur kennenzulernen und sich leichter einzuleben. Und umgekehrt erhalten auch die Einheimischen über das Medium Tanz Einblicke in die ukrainische Kultur.

Bemerkenswerte Bewerbungen
Dieses Jahr gingen 13 Anträge aus Berlin, Bischofswerda, Düsseldorf, Hamburg, Kassel, Leipzig, Radolfzell, Ravensburg und Wien ein. Die Bewerbungen deckten die gesamte Breite künstlerisch-kreativen Schaffens ab: Es ging um interkulturelle Kunst- und Kulturwerkstätten, Theater- und Tanzworkshops, online-Fotoprojekte, interkulturelle Comics, Schüleraustausch, Sprachenerwerb mit Rapmusik, internationale Kunstprojekte in Kleinstädten und interreligiöse Musical Camps. Ziel aller Vorhaben ist, Kulturen, Generationen und Religionen füreinander zu öffnen und damit für Völkerverständigung, Friedensdialog und Demokratieerziehung einzustehen.

Pill Mayer Stiftung
Seit über zehn Jahren fördert die in Wolfegg im Allgäu beheimatete Pill Mayer Stiftung interkulturelle Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche. Sie ist davon überzeugt, dass ideenreiche Kulturarbeit eine verbindende Brücke zwischen Menschen sein kann. Die Stiftung unterstützt die Freude am Entdecken kultureller Vielfalt und setzt sich für interkulturelles Lernen ein. Damit leistet sie einen Beitrag zur respektvollen, bereichernden Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen für ein positives Miteinander.

Pill Mayer Stiftung für interkulturellen Dialog
Dr. Irene Pill und Dr. Bernd Mayer
Maximilianplatz 7, 88364 Wolfegg (Germany)
Phone +49 7527 954161
kultur@pillmayerstiftung.org
www.pillmayerstiftung.org

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 19 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑