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PREMIERENWOCHENDE ZUM SPIELZEITSTART IM SCHAUSPIEL OBERHAUSEN

"Kissyface" am 29. September und "Welt überfüllt" am 30. September 2022

Die Uraufführung von Kissyface, dem neuesten Stück des amerikanischen Dramatikers Noah Haidle, eine unterhaltsame und nachdenklich machende Groteske über die Verteidigung humanistischer Werte gegen die Gewalt in uns, für das Studio inszeniert von der neuen Intendantin selbst. Und im Großen Haus das nach fast hundert Jahren wiederentdeckte Stück Welt überfüllt der jüdischen Autorin Anna Gmeyner (Regie: Thomas Ladwig) über eine Gesellschaft im sozialen Abstiegskampf.

 

Copyright: Theater Oberhausen, "Kissyface"

Was als spannende Kriminalgeschichte beginnt, weitet sich schnell zu einem kaleidoskopartigen Panorama der Arbeiterschicht in der Weimarer Republik. Vor dem Hintergrund zweier junger Liebespaare und einer organisierten Kleinverbrecherbande entspinnt sich eine Großstadtgeschichte um Verzweiflung und Hoffnung, Arbeitslosigkeit und zärtliche Liebe. Die jüdische Schriftstellerin Anna Gmeyner zeigt in ihren Werken nicht die Roaring Twenties, sondern das Alltagsleben der kleinen Leute. Als bedeutende Autorin der Exilliteratur kennt man sie heute vor allem für ihre Romane Manja und Café du Dôme. Ihre Theaterstücke werden erst jetzt wieder entdeckt. Welt überfüllt feiert zur Eröffnung der Spielzeit am Theater Oberhausen fast hundert Jahre nach seiner Entstehung seine Uraufführung.

WELT ÜBERFÜLLT VON ANNA GMEYNER
REGIE THOMAS LADWIG | BÜHNE UND KOSTÜM FRANZISKA ISENSEE
MUSIKALISCHE LEITUNG UND SOUND JURI KANNHEISER UND TERESA ALLGAIER
DRAMATURGIE SASKIA ZINSSER-KRYS
MIT KHALIL AASSY, TORSTEN BAUER, ANKE FONFOREK, REGINE LEENDERS,
RONJA OPPELT, PHILIPP QUEST, FRANZISKA ROTH, DANIEL ROTHAUG,
JENS SCHNARRE, SIMIN SORAYA, TIM WECKENBROCK
PREMIERE: FR., 30.SEPTEMBER 2022, 19:30 UHR, GROSSES HAUS
WEITERE VORSTELLUNGEN: 5./16./21./22./28.10. 2022

Auch bei der Uraufführung im Studio geht es um die Kraft der Herzlichkeit, allerdings steht dort die Bibliothekarin einer Highschool im Mittelpunkt. Eine Granate explodiert in der Turnhalle der East Grand Rapids Highschool und entfesselt einen Bürgerkrieg mit der konkurrierenden Schule. Während die Schüler:innen gegeneinander ins Gefecht ziehen, bestreitet Rektor Overstreet die Berichterstattung via Sprechanlage. Die Highschool versinkt im Chaos – Loser gegen Football-Spieler und jeder gegen jeden. Miss P. hingegen verteidigt mit aller Kraft die letzte Bastion des Wissens: Die Schulbibliothek. Diese wird aus den eigenen Reihen attackiert, denn die Macht des geschriebenen Wortes bedroht die Desinformationskampagnen des Schulrektors. Der Autor Noah Haidle nutzt in Kissyface den Mikrokosmos einer amerikanischen Highschool als Metapher für seine Gesellschaftsanalyse und formuliert inmitten seiner Kriegsgroteske ein Plädoyer für die Außenseiter:innen und Stimmen der Vernunft.

KISSYFACE VON NOAH HAIDLE
REGIE KATHRIN MÄDLER | BÜHNE UND KOSTÜM MAREIKE DELAQUIS PORSCHKA
MUSIKALISCHE JASCHA FENDEL | DRAMATURGIE JASCHA FENDEL
MIT ELIAS BAUMANN, NADJA BRUDER, SUSANNE BURKHARD, DAVID LAU,
MARIA LEHBERG, ANNA POLKE, KLAUS ZWICK
PREMIERE: DO., 29.SEPTEMBER 2022, 19:30 UHR, GROSSES HAUS
WEITERE VORSTELLUNGEN: 2./8./15./23./28.10.2022

 

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