Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
«Quartetto per la fine del tempo» im Theater Chur«Quartetto per la fine del tempo» im Theater Chur«Quartetto per la fine...

«Quartetto per la fine del tempo» im Theater Chur

Ein szenisches Konzert, Mittwoch, 2. Mai 2007 um 20 Uhr.

Das Tessiner «Teatro del Tempo» und das Konzertstudio Chur bringen in einem szenischen Konzert Olivier Messiaens Meisterwerk «Quartetto per la fine del tempo» zur Aufführung.

 

Das Werk für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier, das der französische Komponist Olivier Messiaen im Konzentrationslager von Görlitz im Winter 1941 schrieb, wird in einer Inszenierung gezeigt, welche die dramatischen Umstände seiner Uraufführung in Erinnerung ruft. Messiaen schrieb zu diesem Werk: «Die Eingebung empfing ich während meiner Gefangenschaft, in der ich das ‹Quatuor pour la fin du Temps› schrieb. Seine musikalische Sprache ist im Wesen immateriell, spirituell, katholisch. Spezielle Rhythmen, ausserhalb jedes Taktgefüges, tragen mit Macht dazu bei, die Zeit aufzuheben. Alles das bleibt Versuch und Stammelei angesichts der erdrückenden Grösse des Sujets.»

Die apokalyptischen Visionen Messiaens verflechten sich mit Texten weiterer Deportierter – Primo Levi, Luigi Pagliarani, Jorge Semprun – sowie mit Tonmontagen, u.a. aus Luigi Nonos elektronischer Komposition «Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz».

Klänge, Worte, Bilder, Lichter auf einer Reise von beunruhigender Aktualität zwischen Hoffnung und Verzweiflung. «Quatuor pour la fin du temps» ist ein zeitloses Quartett für das Ende der Zeit. Der Tessiner Musiker und Regisseur Mario Pagliarani studierte Komposition, Violoncello und elektronische Musik am Konservatorium von Mailand. Anschliessend besuchte er Meisterkurse mit Salvatore Sciarrino und Gérard Grisey. Er erhielt zahlreiche Anerkennungspreise sowie Auftragsarbeiten vom Lucerne Festival und dem Orchestre de la Suisse Romande. 2000 gründete er im Grenzdorf Vacallo das Teatro del Tempo, mit dem er verschiedene Musiktheaterprojekte realisierte.

 

Sprecher, Schauspieler: Alessandro Marinuzzi, Klarinette: Fausto Saredi,

Violine: Barbara Ciannamea, Violoncello: Claude Hauri, Klavier: Risch Biert

Konzept, Regie und Tonmontagen: Mario Pagliarani

Bühnenbild: Mattea Gianotti und Jordi Riegg, Technik: Nicola De Vita

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑